Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
muozîgen
WH: ‚sich von etw. befreien‘ (mhd. müezegen,
müezigen sw.v. ‚müßig werden, müßig machen,
erledigen, befreien‘, jmdn. zuo etw. müezegen
‚jmdn. nötigen‘, sich zuo etw. müezegen ‚sich
Zeit nehmen zu‘, ält. nhd. müszigen sw.v. ‚ledig
machen, frei machen, veranlassen‘ [Dt. Wb. 12,
2778 f.], nhd. mdartl. bair. müeßigen sw.v. ‚los
machen, erledigen‘ [Schmeller, Bayer. Wb.² 1,
1678], schles. müßigen sw.v. ‚müßig, untätig
sein‘ [Mitzka, Schles. Wb. 2, 909], siebenbürg.-
sächs. müßigen sw.v. ‚veranlassen, zwingen‘
[Schullerus, Siebenbürg.-sächs. Wb. 7, 306]).
Deadj. Bildung (vgl. Riecke 1996: 462). S.
muozîg. – gimuozîgenAWB ? in WH: ‚sich Zeit neh-
men‘ (mhd. gemüezigen ‚sich Muße nehmen,
sich befreien‘). – muozigheitAWB f. i-St., BaGB/
WeGB: ‚Müßigkeit‘ (mhd. müezecheit st.f. ‚Un-
tätigkeit, Müßigkeit‘, nhd. Müßigkeit f. ‚das
Müßigsein, Vergeblichkeit, Zwecklosigkeit‘;
mndl. moeticheit, mueticheit f. ‚das Müßig-
sein‘). Deadj. Abstraktum. S. muozîg, heit. – Ahd.
Wb. 6, 911; Splett, Ahd. Wb. 1, 645; Schütz-
eichel⁷ 230.