Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
muozan
zun, muozi, muosa [spätahd. muosta]; Inf. nicht
belegt), seit Abr in Gl. und in MF, FP, AB, BG,
O, H, M, N, Npg, DH, OG, WH: ‚etw. tun kön-
nen, etw. tun können und/oder dürfen, etw. tun
dürfen, genötigt sein, etw. zu tun, etw. tun müs-
sen; carēre [= ni muozan], contingere, fas esse,
ius esse, licēre, necesse esse, oportēre, prohi-
bēri [= ni muozan]‘ <〈Var.: mo-, moa-, mua-;
-zz-, -t(t)->〉. – Mhd. müezen (md. mûzen, mô-
zen) an.v. ‚göttlich bestimmt sein, sollen, mö-
gen, können, dürfen, notwendigerweise tun,
müssen‘, nhd. müssen unreg.v. ‚einem [von au-
ßen kommenden] Zwang unterliegen, gezwun-
gen sein, etw. zu tun, zwangsläufig notwendig
sein, dass etw. Bestimmtes geschieht, aufgrund
gesellschaftlicher Normen, einer inneren Ver-
pflichtung nicht umhinkönnen, etw. zu tun, ver-
pflichtet sein, sich verpflichtet fühlen, etw. Be-
stimmtes zu tun, aufgrund bestimmter voran-
gegangener Ereignisse, aus logischer Konse-
quenz o. Ä. notwendig sein, dass etw. Bestimm-
tes geschieht‘.