Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
munistiuri
8. Jh. im Abr und weiteren Gl. und in B, GB,
Npw, OG: ‚Kloster(gemeinschaft); coenobium,
monasterium‘ <〈Var.: munus-, muns-, (in gelehrt-
korrekter Schreibung; vgl. Masser 2002: 113 f.)
monas-; -sd- (vgl. Koegel 1879: 68); -tur-
(Schatz 1927: § 68)>〉. Das Wort ist aus mlat.
monisterium n. ‚Kloster, Abtei, Monasterium‘
(< kirchenlat. monastērium n. ‚dss.‘) entlehnt
(zum Wandel von o > u vor i in frühen Lehn-
wörtern aus dem Lat. vgl. Braune-Reiffenstein
2004: § 32 Anm. 4). Im Abr (Kb, Pa) und Gl.
2,150,16 (9. Jh., bair.) erscheint die Schreibung
bung interpretiert; dagegen spricht jedoch das
Alter des Belegs (vgl. dazu Braune-Reiffen-
stein 2004: § 32 Anm. 5). Vielmehr sind entwe-
der munistiri und munisturi einander ange-
glichen oder munistiuri wurde nach ahd. stiu-
rî ‚Lenkung, Leitung‘ (Masser 1966: 78 Anm.
43; Splett 1976: 134) umgebildet. Demgegen-
über ist die Schreibung
lautschreibung. – Mhd. münster, munster st.n.
‚Kloster-, Stiftskirche, Dom, Münster‘, früh-
nhd. münster n. ‚Unterkunft, Zelle eines ein-
zelnen, Gebäude einer christlichen Ordens-
gemeinschaft, Kloster, Klostergemeinschaft‘,
nhd. Münster n. ‚große Kirche eines Klosters
oder Domkapitels, Stiftskirche‘.