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Medicin

nhd. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Medicin

Bd. 4, Sp. 136
Medicin, lat. medicina, zunächst Heilmittel (Arznei), in weiterer Bedeutung die Heilkunst. Die Grundlage derselben bildet die Kenntniß des menschlichen Leibes (Anatomie) u. seines organischen Lebens (Physiologie), die nur im Zusammenhange mit der Kenntniß der Naturgesetze überhaupt erworben werden kann, daher vergleichende Anatomie und Physiologie, sowie Chemie u. organische Chemie insbesonders zur medicin. Ausbildung nothwendig sind. Die Kenntniß der Störungen des gefunden Körperlebens, der Krankheiten, lehrt die Pathologie; die Therapie die Behandlung der Krankheiten zum Zwecke der Heilung, zu der die Chirurgie u. Geburtshilfe (s. beide Art.) gehören. Die Kenntniß der Arzneimittel lehrt die Materia medica od. Pharmakologie, die Kenntniß ihrer Zubereitung die Pharmacie, womit zugleich die Anweisung verbunden ist, die Arzneimittel in zweckmäßiger Form zu verschreiben (Formulare). Die praktische Ausbildung des M.ers geschieht in dem Klinicum, wo die Lehren der Wissenschaft an dem Krankenbette ausgeübt werden. — Die Anwendung von Heilmitteln kennen auch die rohesten Völker, häufig verbinden sie aber damit zugleich Zaubermittel, wie dies auch bei den alten sog. Culturvölkern der Fall gewesen zu sein scheint, z.B. bei den Aegyptern, Babyloniern etc., wo die Priester zugleich die Aerzte waren. Die eigentliche Ausbildung der M. begann durch die Griechen, namentlich durch Hippokrates (s.d.), und wurde durch die Alexandriner bedeutend gefördert. Die späteren Griechen überließen sich aber der Speculation und Vermuthung, bis Galen (s.d.) auf die Erfahrung der Vorgänger und die Beobachtung überhaupt sein eigenes System gründete. Im frühesten Mittelalter pflegten besonders die Araber die M. u. bildeten sie nach dem damaligen Stande der Naturkenntniß aus, im 15. Jahrh. hauptsächlich die Italiener. Der Verkehr mit Afrika, Ostindien und Amerika brachte neue Arzneimittel in die Hände der europ. Aerzte, der allgemeine Aufschwung der Wissenschaften u. der Naturwissenschaften insbesonders hob auch die M., die seitdem mit den letztern in gleichförmiger Entwicklung fortgeschritten ist, u. bei den civilisirten Völkern so ziemlich auf gleicher Höhe steht. M.ische Systeme, die aus Einem Grundsatze abgeleitet werden, sind schon viele aufgestellt worden, sie haben sich aber noch niemals erprobt; vgl. Brown, Hahnemann, Hofmann (das neueste Werk über die Geschichte der M. schrieb Häser, 2. Aufl. Leipzig 1853).
2437 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Medicīn

    Adelung (1793–1801)

    Die Medicīn , plur. inus. aus dem Lat. Medicina, die Wissenschaft die Gesundheit des menschlichen Körpers wieder herzust…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Medicin

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Medicin , lat. medicina , zunächst Heilmittel (Arznei), in weiterer Bedeutung die Heilkunst. Die Grundlage derselben bil…

  3. Sprichwörter
    Medicin

    Wander (Sprichwörter)

    Medicin 1. Die Medicin ist in der Flasche bitterer als im Schlunde. 2. Was dem einen Medicin, ist des andern sein Ruin. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit medicin

6 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

medicin‑ als Erstglied (5 von 5)

medicînære

Lexer

medicin·aere

medicînære stm. arzt. Raphahêl ein medicinâre Diem. 4,1. ndrh. medicijnre Dfg. 353 b . — aus einem mlat. medicinarius von mlat. medicinare.

Medicinalpolizei

Herder

Medicinalpolizei , Sanitätspolizei , die Anordnungen der Behörden, die öffentliche Gesundheit betreffend (z.B. bei Epidemien); Medicinalverf…

Medicine Hat

Meyers

medicine·hat

Medicine Hat (spr. méddßin hätt), Ort der kanadischen Provinz Saskatchewan, am »Ellbogen« des schiffbaren Süd-Saskatchewan und an einer Gabe…

Ableitungen von medicin (1 von 1)

medicîn(e)

MNWB

+ medicîn(e) , f. , Medizin, Arzneimittel, auch übertr. auf den verschreibenden Arzt, meyster m. (Lüb. Tot. 49). —