Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Markise f.
Markise f.
Markise f. ‘einrollbares oder faltbares Sonnendach aus festem Stoff’. Zu afrz. frz. marche, aprov. ital. marca ‘Grenzland, Grenze’, die auf germ. *markō ‘Grenze’ (s. 1Mark f.) beruhen, gehören afrz. marchis, aprov. marques, ital. marchese ‘Markgraf’. Letzteres wird reiner Adelstitel und so als marquis im 13. Jh. ins Frz. übernommen. Die entsprechende feminine Bildung frz. marquise entwickelt um 1700 (belegt seit 1718, vgl. aber aus dem Frz. entlehntes gleichbed. engl. marquee bereits 1690) in der Seemanns- und Soldatensprache die Bedeutung ‘Überzelt, zusätzliches Zeltdach’ (auf dem Achterdeck bzw. beim Offizierszelt, das sich dadurch von den einfachen Mannschaftszelten deutlich abhebt). Noch im 1. Drittel des 18. Jhs. gelangt das Substantiv in dieser zunächst wohl scherzhaft übertragenen Verwendung ins Dt.; von der 2. Hälfte des 18. Jhs. an ist es hier vor allem in dem davon abgeleiteten Sinn ‘leinenes Sonnendach vor Fenster oder Tür’ üblich (bis Mitte 19. Jh. meist in frz. Schreibweise Marquise).