markicht,
markig,
adj. mit mark versehen. die ältere form dieses erst im 17.
jahrh. bezeugten wortes ist markicht: ein markicht bein,
os medulla abundans, plenum Stieler 1293; wie ein blumist in der einen blume den umfang ihrer markichten blätter bewundert. Thümmel 4, 473; er liesz nicht eingeweide, noch fleisch, noch selbst die markichten knochen.
Odyss. 9, 293;
später markig,
was heute ausschlieszlich gilt: markig,
medullosus, wo mark darinnen Frisch 1, 644
c; markige knochen; markiges holz. Adelung;
mit dem nebenbezug auf das mark als den sitz der kraft (mark 3,
g): steht er mit festen markigen knochen auf der wohlgegründeten dauernden erde. Göthe 2, 85; mein kaiserlicher herr! hier ist ein arm, von kräften strotzend, markig, stahlgeschient, geschickt im kampf dem teufel zu begegnen. H. v. Kleist
Käthchen v. Heilbr. 5, 1;
mit bezug auf mark 5,
sp. 1631: dörr aus den markigen weinberg, die gepflügte halde, woraus der undankbare mensch mit süszem trank und leckerei den reinen sinn verschlemmt.
Shakesp. Timon 4, 3 (
dry up thy marrows, vines, and plough-torn leas);
und darum geradezu wie kräftig, krafterfüllt: die stammväter einer markigern nachkommenschaft. Wieland 6, 242, deutschheit, gedrungene, markige, nervenstraffe deutschheit find ich auf dem wege, den ich wandle. Bürger 180
b; über seine (
Wielands) moderne mattherzigkeit in darstellung jener riesengestalten der markigen fabelwelt. Göthe 60, 222; glücklicherweise ist das bildchen gut erhalten und beweist überall einen markigen pinsel. 44, 221; das markige, stark gegliederte angesicht. J. Paul
Tit. 1, 3; er hatte bisher oft Lianens krankengeschichte mit der taubheit eines markigen feuerfesten jünglings angehört. 139; sein straffes, markiges gesicht. 3, 108; er sitzt zunächst gelassen an der flamme, die markige gestalt aus altem heldenstamme. Göthe 2, 147;
zwischenform markigt,
im vorigen jahrhundert vorkommend: der stil (
einer natur) ist markigt. Schiller
hist.-krit. ausg. 3, 580; das markigte in der zeichnung bedeutet das flieszende in den umrissen, das sanfte in den strichen, welches ihnen das schneidende benimt. ein markigtes kolorit ist dasjenige, in welchem die haltung wohl beobachtet ist, in welchem die fetten und wohl verschmolzenen farben die frische und das zarte des fleisches, nach beschaffenheit des alters und des geschlechts, ausdrücken. ein markigter pinsel, ist derjenige, welcher die farben wohl in einander vertreibt. Jacobsson 3, 22
b.