Magnetismus s Vorbemerkung zu ‘Magnet’ a
Vermögen des Eisens, auch des Erdkörpers, eine Anziehungskraft auszuüben; wiederholt in Verbindung mit anderen Naturwirkungen; je einmal ‘ursprünglicher M.’ für die naturgegebene magnetische Kraft des Eisens bzw ‘künstlicher M.’ für die mittels eines Magneten erzeugte bzw verstärkte magnetische Energie desselben (od von Stahl); auch ‘Lehre des M.’ für die Theorie der magnetischen Erscheinungen Abends Hofr. Schiller und Geh.R. Voigt. Überhaupt
M. Theorie der Erde GWBT2,279,1 v 7.1.00 Ich leugne nicht, daß die Verbindung des Erd- und Eisenmagnetismus mit den übrigen Polaritäten der physisch-chemischen Natur .. ein wissenschaftliches Ereigniß wäre, welches ich zu erleben wünsche .. Am allererfreulichsten müßte es für mich seyn, wenn eben jener
M. unmittelbar mit der Farbe in Rapport gesetzt werden könnte GWBB23,258,2 Knebel 20.1.13 wir suchten denselben [
den Gegensatz von ‘Licht’ u ‘Nichtlicht’] zu vermitteln und dadurch die sichtbare Welt aus Licht, Schatten und Farbe herauszubilden wobei wir uns zu Entwickelung der Phänomene verschiedener Formeln bedienten, wie sie uns in der Lehre des
M., der Elektricität, des Chemismus überliefert werden GWBN1,298,23 FlD 744 GWBN11,178,5f Magnet [
Zit s v Magnetberg a] GWBN13,433,2u6 Plp Gespr(He2,165) Riemer Dez 06 GWBT4,357,27 v 31.12.12
uö b
für magnetische Energien des sog galvanischen Fluidums; ‘galvanischer M.’ GWBT8,42,15 v 19.4.21 c
für die auf den deutschen Arzt FAMesmer (1734—1815) zurückgehende Theorie u Heilpraxis, den sog Mesmerismus1) α
‘animalischer, tierischer, organischer M.’ jeweils für die Bezeichnung einer (angenommenen) spezifischen magnetischen Kraft an Mensch u Tier (als Voraussetzung der in β charakterisierten Heilmethode) Von meinen physikalischen Annäherungen und Schematisirungen .. will ich Folgendes melden: sie stehen jetzt in folgender Reihe: magnetische, turmalinische, elektrische, galvanische, perkinische .... NB. Hier würde nun meo voto der sogenannte thierische
M. stehen. Da nämlich zwei organische Naturen durch Näherungen, ja fast ideale Berührungen allgemein reizende oder soporifere Wirkungen hervorbringen .. GWBN11,172,15 PhysikalWirkungen Übergang zum organischen
M. Zu einem Begriff desselben können wir .. am besten gelangen, wenn wir uns vorstellen, daß Erregendes und Erregtes sich verwechseln lassen. Die entstehenden Wirkungen können also folgendermaßen gedacht werden: 1. Leblos auf Lebloses, 2. Leblos auf Lebendiges, 3. Lebendes auf Lebendes, 4. Lebendes auf Lebloses GWBN11,206,24 Galvanism der Thierische
M. .. ist ein Beweis wie zwey gleich organisirte Körper auf einander wircken können Gespr(Gr6,14) ChSchiller 7.2.06 habe [
bei Alexander vHumboldt] wegen des Einflusses des Galvanischen Fluidi auf die limphatischen Gefäße nachgefragt .. Bergrath v. Humboldt hat auch schon daran gedacht, diese Entdeckung mit dem animalischen
M. zu verbinden GWBB12,66,25 CarlAug 13.3.97 K Während dem Laufe unseres Lebens fielen Steine häufig vom Himmel, mehrere Personen stiegen dagegen in die Lüfte, und der thierische
M. bethätigte sich durch unzählige Phänomene. Nichts von allem diesem beunruhigt mich, sie stehen in dem Kreise der Erfahrung und ob ich gleich bey keinem Falle persönlich zugegen war, so freue ich mich doch daß solche Kräfte entdeckt und benutzt werden GWBB28,242,16 Hufeland Jul 17 K GWB36,85,8 TuJ 1813
uö β
(aufgrund des in α gekennzeichneten Körperpotentials) mit Hilfe von Eisenmagneten od ähnlich stimulierenden Methoden praktiziertes, einen (somnambulen) Zustand seelisch-physischer Magnetisierung erzeugendes (vermeintliches) Heilverfahren; vgl auch s v magnetisch cβ u magnetisieren b [
wohl insbesondere bezüglich Lavaters Interesse an magnetischen Phänomenen] Bey meiner Rückreise durch die Schweiz werde ich auf den
M. achten, die Sache ist weder ganz leer, noch ganz Betrug. Nur die Menschen die sich bisher damit abgegeben sind mir verdächtig. Marcktschreyer, große Herren und Propheten lauter Menschen die gerne viel mit Wenigem thun, gerne oben an sind pp. GWBB8,238,19 ChStein [4.8.?87] bin ich bey der Anwendung dieser, dem Menschen inwohnenden, auf den Menschen wirkenden, in ihm zu erregenden Kraft gleichfalls der Meinung, daß jedem Individuum welches sich damit hervorthun will gesetzliche Einwilligung ertheilt werden müsse. Soll
M. als Heilmittel gelten; so habe blos der geprüfte, angestellte Arzt das Recht hiezu .. GWBB28,243,3 CWHufeland Jul 17 K [
während der schweren Erkrankung] Vom
M. sprach er [
Goethe], und als seine Schwiegertochter ihn fragte, ob man Kieser von Jena sollte kommen lassen, erwiderte er: “Nein, da kann nur Gott noch helfen.” Gespr(He3
1,452) CWolzogen 26.2.23 GWBB26,18,16 Christiane 17.6.15
→ GWB
Eisen- GWB
Elektro- GWB
Erd- Syn zu a
GWB
Anziehungskraft 1) Zu Goethes widerspruchsvollem Verhältnis zum Mesmerismus, auch zu dessen literarischer Rezeption insbesondere in den ‘Wahlverwandtschaften’ u den ‘Wanderjahren’ s JBarkhoff, Tag- u Nachtseiten des animalischen Magnetismus. Zur Polarität von Wissenschaft u Dichtung bei Goethe. In: Goethe u die Verzeitlichung der Natur, ed PMatussek, 1998,75—100. Eine weitere Untersuchung mit teilweisen Ausführungen zur Thematik: s v Magnet Anm 1. Michael SchilarM.S.