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Lungenkraut

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Lungenkraut Das

Bd. 3, Sp. 170b
Das Lungenkraut, — es, Mz. — kräuter, der Name verschiedener Kräuter oder Pflanzen, welche in Lungen= und Brustkrankheiten gebraucht werden. 1) Mehrer Arten der Flechte, als: grünes Lungenkraut, oder Lungenflechte (Lichen pulmonarius L.), auch Lungenmoos; s. Baumflechte; gelbes Lungenkraut oder Wandflechte (Lichen parietinus L.), s. d.; aschfarbiges Lungenkraut oder Hundsflechte (Lichen caninus L.), s. d.; weißes Lungenkraut, welches, wenn es älter wird eine dem Hirschgeweihe ähnliche Gestalt bekömmt, oberwärts graubläulich unterwärts aber mit einer weißen Wolle überzogen ist und auch hirschhornförmige weiße Baumflechte, weiße Schleedornflechte und weißes Lungenmoos genannt wird (Lichen prunastri L.). 2) Des Wasserdostes oder Hirschgünzels (Eupatorium cannabinum L.). 3) Besonders aber eines Pflanzengeschlechtes, dessen röhrenförmige Blume einen fünfeckigen röhrenförmigen, fünffach ausgezackten Kelch, fünf kurze Staubfäden, deren aufgerichtete Beutel mit den Spitzen sich nähern, und einen Griffel hat, der einen stumpfen eingekerbten oder trichterförmigen Staubweg trägt (Pulmonaria L.). Das gemeine Lungenkraut mit herzförmigen Wurzelblättern, welches auch Hirschkohl, Hirschmangold, Hirschmelde, blaue Schlüsselblume heißt (Pulmonaria officinalis L.) und das gemeine Lungenkraut mit lanzenförmigen Wurzelblättern, auch Berglungenkraut genannt (Pulmonaria angustifolia L.), wurden ehemahls häufig als ein gutes Mittel in Brustkrankheiten, Blutspeien und Lungensucht gebraucht. Außer diesen Pflanzen führen den Namen Lungenkraut noch 4) des gemeinen weißen Andorns, welcher an unbebaueten Örtern wächst und eiförmige zugespitzte, ausgezackte, wollige unterhalb gleichsam eingepuderte Blätter hat, an deren Winkeln viele platt aufsitzende und dicht an einander gepreßte weiße Blumen, die wirtelförmig gestellt sind, zum Vorschein kommen (Marrubium album, Marrubium vulgare L.); auch weiße Leuchte, Helfekraut, Gotteshülfe, Gottvergeß  5) Einer Pflanze, welche zur Melde gerechnet wird, und auch Traubenkraut, Schabenkraut, Krötenkraut, Türkischer Beifuß und Mottensame heißt (Chenopodium ambrosioides s. Chenopodium botrys L.). Sie wächst im mittäglichen Europa wild, treibt einen in Äste getheilten rauchen und klebrigen Stengel, längliche, rauche, klebrige, einander gegenüber gestellte Blätter und aus den Winkeln derselben entstehen einfache nackte Stiele, welche kleine grüne Kügelchen tragen, die sich in kleine Blümchen wie die bei der Melde verwandeln. 6) Einer Art des Habichtkrautes, gülden oder Französisches Lungenkraut, welche eiförmige ausgezackte haarige Wurzelblätter, einen ästigen Stengel, worauf ein oder zwei kleinere Blätter stehen, und gelbe Blumen, deren Kelch mit schwarzen Haaren besetzt ist, hat, und Lungenwurz, auch haariges Mauerhabichtkraut, Milchwundkraut, Wundlattig, Buchkohl heißt (Pulmonaria gallica, Hieracium murorum L.). 7) Falsches Lungenkraut, eine mit dem Enzian verwandte Pflanze; kleiner schwarzblauer Enzian (Sivertia perennis).
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lungenkraut

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Lungenkraut , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -kräuter, ein Nahme verschiedener Gewächse, welche in L…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lungenkraut

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Lungenkraut , s. Pulmonaria .

  3. modern
    Dialekt
    Lungenkrautn.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Lungen-kraut n. : 1. wie schd. (Pulmonaria offic.), -kraut [ Knapp 248 Lambert Penns 101]; vgl. Lungenheil . — 2. 'Islän…

  4. Spezial
    Lungenkraut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lun|gen|kraut (Pulmonaria sp.) n. (-[e]s, ...kräuter) ‹bot› erba di fiá f. , ciüf da mil m.

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Zerlegung von lungenkraut 2 Komponenten

lungen+kraut

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Cotta, M. (2026). „lungenkraut". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/lungenkraut/campe
MLA
Cotta, Marcel. „lungenkraut". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/lungenkraut/campe. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „lungenkraut". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/lungenkraut/campe.
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