Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
loriet
(Anfang des 13. Jh.s) nom.sg. lovriat:
‚(Lär-(mhd. loriet st.f./
chen-)Harz; terebintinus‘
n.?, frühnhd. lorgat, loriat, lörtsch, nhd.
mdartl. schweiz. lērtsch, lȫrtsch [Schweiz.
Id. 3, 1387], vorarlb. lörget n. [Jutz, Vorarl-
berg. Wb. 2, 297 f.], bair. lärket n., cimbr.
loriot, lörgiot [Schmeller, Bayer. Wb.2 1,
1501], kärnt. lèrgat [Lexer, Kärnt. Wb. 178],
tirol. lèrget n., lèrgant f., lörgat m. [Schöpf,
Tirol. Id. 369; Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa.
1, 387], steir. lärjet, löret n. [Unger-Khull,
Steir. Wortschatz 427]). Das nur im Dt. be-
legte Wort ist aus spätlat. laricātum n.
‚Lär-, einer Ableitung von larix f.
chenharz‘
‚Lär-, entlehnt. Zum Stammvokal -ov- aus
che‘
Verwechslung mit lat. laurus, ahd. lôrboum
‚Lorbeerbaum‘s. lericha. Die normale mhd.
Form wäre *loriet < *loriget (vgl. Braune-
Reiffenstein 2004: § 149 Anm. 5a) mit -g-
aus spätlat. k wie bei fogat (s. d.). Spätlat.
laricātum fand schon in der Antike Ver-
wendung, es lieferte das sog. Venezianische
Terpentin (Genaust 1996: 327). S. lericha. –
Ahd. Wb. 5, 1276; Splett, Ahd. Wb. 1, 528;
Starck-Wells 384.