Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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löll, lölle, m. thor, maulaffe: sih da, löll! fasz den korb balt an! J. Ayrer fastn. sp. 109a (2883, 27 Keller); ich will gehn und sie lernen an, wie sie sich in dem fahl musz stelln, dasz wir zum narrn machen den lölln. 64a (2657, 3); es ist das schweiz. löhl, löhli, maulaffe Stalder 2, 178; im Baselbiet lol, löli laffe, dummkopf, pinsel. Seiler 193b; solche herren meinen doch man sei so dumm auf dem lande, dasz man von nichts zu reden wisse, als vom wetter und vom heu, die löhle. J. Gotthelf Uli d. knecht 240; Uli, wenn du nicht ein löhl bist, so nimmst du es (das mädchen) jetzt um den hals. 308; der dritte war offenbar der löhl, der ihnen heute ins garn geflogen. schuldenb. 103; ihr mann selig sei ein löhl gewesen, mit alten kühen habe er nicht ändern wollen. 104; wenn er nicht ein dummer löhl gewesen. 154, mit dem verbum löhlen, maulaffen Stalder a. a. o.: läszt ungestört sie löhlen und göhlen (die kinder beim unterricht). J. Gotthelf schuldenb. 78; vgl. oberhessisch lolles, scheltende bezeichnung eines fahrlässigen, trägen menschen. Vilmar 252; in Tirol lolla, fem., kindisches mädchen. Fromm. 6, 437; um Fallersleben lulei, masc., einer der träge und nachlässig einherschleicht. 5, 155. ahd. gibt es die eigennamen Lollo, Lullo, Lullinc neben Lallo Graff 2, 209; nun war dozumal zu Rordorf ein einfeltiger mensch, hiesz Hainrich Klenker, er ward aber nun (lies nur) der Lulle genannt. Zimm. chron. 2, 357, 2. Das wort ist verwandt zu der unter lallen 3 und 4 sp. 82 angegebenen wortreihe, die auf dem grunde des trägen und kindischen in bewegung und rede ihre bedeutungen entwickelt hat. den in löll zu tage tretenden oder einen nächst verwandten laut zeigen noch schweiz. lölla, lülla saugen wie die kinder, löller, lüller, sauglappen, saugbeutel Tobler 304a; niederländ. lollen, lullen, mussare, mussitare, mutire, numeros non verba canere, sonum imitari Kilian, aber auch lollen, foemora fovere foculo, interfoemineum fovere aut calefacere foculo. ebenda; engl. loll, nachlässig liegen, hängen, die zunge herausstrecken, mundartlich verzärteln, spielen; isländ. lolla segniter agere, lollari, ignavus Biörn Haldarson 2, 41a.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschlöllem.
Grimm (DWB, 1854–1961)
löll , lölle , m. thor, maulaffe: sih da, löll! fasz den korb balt an! J. Ayrer fastn. sp. 109 a (2883, 27 Keller ); ich…
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Wortbildung
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loelle‑ als Erstglied (2 von 2)
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Cotta, M. (2026). „loelle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/loelle/dwb?formid=L06707
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Cotta, Marcel. „loelle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/loelle/dwb?formid=L06707. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „loelle". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/loelle/dwb?formid=L06707.
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