Eintrag · Rheinisches Wb.
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Leier IV Zeugnisse für das Wort gibt es im gesamten Geb., dochist die ursprüngl. Bed. ausgestorben, sie lebt nur noch in RA. u. Kinderliedern weiter; übertr. Bed., je nach Geb. verschieden, sind noch lebendig; Rhfrk, Mosfrk laiər, –ęi-, –ę·i.-; sonst lī·ə.r, līr [Köln-Stdt -ē:-], Pl. -rə(n) f.: 1. ein veralt. Musikinstrument auf Strassen, das man, ähnlich wie jetzt die Drehorgel, drehte. Noch in RA.: Wenn nur en L. geht wenn nur eine Lustbarkeit stattfindet Eusk-Zülp 1880. Dat giəht wie en L. flott, wie geschmiert Kref, Kemp, Mörs. Et geht as en L., säj de Jong, duw drähjde hej et Kalf de Start (Sterz) af Torheiten verursachen allerlei Schaden Klev, Rees. Et gäht näs (nett als) en L., säj Kräjedahl, nouw marr enne guje Pott (Bier) on dann op Hüs an Geld-Schravelen. Se hänkt äm om Arm wie en L. von einem Mädchen, das sich gewissermassen schleppen lässt Trier-Stdt. Ech dreh de L. für mi Pläsier! ich tue, was ich will Sol 1870. Drih mer de L.! abschl. Antw. Köln-Stdt. De L. an de Welgebom (Weidenbaum) hange sein Geschäft, Handwerk, seine Kunst drangeben u. etwas anderes ergreifen Geld-Schravelen. Er hält sich dran wie geckig an der L. er will immer dasselbe Bernk-Hinzerath. Aus der L. werd e Weiher ausgelassene Lustigkeit endet mit Leid u. Tränen Saarbr. Nu schlag en Bomm (Bombe) en de L.! Ausr. der Verwunderung Dür. — Im Kinderld. L., L., Löffelstill, ale Weiwer fresse vill, Jonge misse faste, Brut leit (liegt) em Kaste, dat Messer leit dabei (schneid e Steeker drei; schneir e Schnere Schnippel ab; schneir e grosse Fatze ab)! Mosfrk, Rhfrk verbr. (Fastnacht, beim Buttern usf.). Se woren ömmer beisammen, de L. on der Spitz, dat eine es der Donner, dat anner es der Blitz Altk-Willr. Et es jo Fastelovend, spille mer op der L.; alle Mädcher krigen ene Mann, wann se och ene Puckel han! Bergh-Ahe. L., L., Lotter, de Jonge mache Botter, de Mädcher mache Käs, dat git e got Gefräss! Aden-Nohn. Lange, lange Liəre, he kann de Küh niet kiəhre; dann breng se no de Buəre usf. Geld-Wachtendonk. Mach L., L., Mortschäfchen (Möhrenschaben)! ätsch Trier-Mehring. Ek on gej on de decke Marij, dat sin der drij, en Jann met de L., dat sin der vier! Abzählr. Geld, Mörs, Klev. — 2. übertr. a. Instrumente mit Kurbel zum Drehen. α. Butterfass, in dem die Butter durch Drehen der Flügeln gewonnen wird, Drehkirne im Gegens. zur Stosskirne, meist aber Bodderleier Ottw-Heiligenwald Lautenb, Wend, Birkf, Meis, Kreuzn, Simm, Goar, Zell-Hahn Raversbeuren, Bernk-Andel Gösenr OKirn Weitersb; de Lir dreihen Mörs. — β. Kasten mit Kurbel, durch deren Drehen im Innern Zapfen in Bewegung gesetzt werden, die ein knarrendes Geräusch erzeugen, benutzt von den Klapperbuben in den Kartagen (das Glockengeläute ersetzend) Prüm-Steffeln, Aden-Herschb. Wittl-Hetzerath Erlenb, Trier-Mehring, Bernk-Longkamp, Kobl-Kärlich, Goar. Die Klapperbuben singen dabei: L., L., Löffelstill, alde Weiwer fresse vill, et Koər leit em Kaste, mor wolle mer faste; et Messer es am Still, et Brot leit om Dill (Schüsselbrett), et Messer leit denewig, de Vatter duht de Predig, de Wein leit em Keller, de Schobbe kost drei Heller! Goar-Liesenf. L., L., Klapperstiel, die alt Weiwer fr. viel usf., et Measser leit dabei, wen sich wöllt kent (keines) schneiden, de kann Hunger leiden! Trier-Mehring. — γ. Winde mit Hand- oder Maschinenbetrieb Klev, Rheinschiff. — δ. Verbindungsstange zwischen Trittbrett u. Spinnrad May-Kell. — ε. līəχə n. Stift durch ein rundes Stück steifes Papier, das man mit dem Finger auf dem Tisch nach Art eines Kreisels zum Laufen bringt; et geht wie e L. gut von statten Rheinb-GrBüllesh. — b. Liərə Pl. Zaunrübe, bryonia Erk-Doveren. — c. verächtl. Mund Goar-Liesenf. — d. līr eine Spottgebärde, wobei man mit Daumen u. Zeigefinger eine Spanne vor der Nase macht; engen en L. mache (opsetze), legt man beide Hände, eine vor die andere, vor die Nase, so ist es en dubbele L. Aach-Stdt. — e. 's es wedder die alt L. dieselbe Geschichte wie früher, Rückfälle bei Krankheiten Saarbr, Rhfrk; jetzt gäht noch emol die alt L. an die alte Gewohnheit Ottw; da 's en al L. eine alte Geschichte Köln-Stdt; et es emmer eine L. dasselbe langweilige Lied, dieselbe Rede Saarl, Merz; mach net en äner L. so fort! in derselben eintönigen Weise Saarbr; er hilt (hält) sich uf äner L. wie e Guguck (Kuckuck) Simm-Horn.
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Leier IV Zeugnisse für das Wort gibt es im gesamten Geb., dochist die ursprüngl. Bed. ausgestorben, sie lebt nur noch in…
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Cotta, M. (2026). „leieriv". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leieriv/rhwb
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Cotta, Marcel. „leieriv". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leieriv/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „leieriv". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leieriv/rhwb.
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