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Leichtfêrig

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Leichtfêrig

Bd. 2, Sp. 2004
Leichtfêrig, -er, -ste, adj. et adv. 1. Eigentlich, eine leichte Bewegung habend, sich ohne Mühe, ohne Anstrengung schnell bewegend; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher es noch im Niedersächsischen üblich ist. Ein leichtfertiger Gang, ein hurtiger, geschwinder Gang. Leichtfertig zu Fuße seyn, leicht, hurtig. Die Arbeit geht ihm so leichtfertig von der Hand, so hurtig. Der leichtfertig ist zu glauben, leichtgläubig, im Buche der Weisen, 1501. Vermuthlich hatte Luther diese Bedeutung im Sinne, wenn er 1 Mos. 49, 4 setzte: Er (Ruben) fuhr leichtfertig dahin, wie Wasser; wo es bey Michaelis heißt: du bist rasend und unsinnig geworden. 2. Figürlich. 1) * Leicht, was wenig Mühe und Anstrengung erfordert; eine im Hochdeutschen gleichfalls veraltete Bedeutung. Im Niedersächsischen sagt man noch, die Arbeit ist leichtfertig anzusehen, leicht, u. s. f. Und Frisch führet aus Ryffs Spiegel der Gesundheit die Stelle an: Die leichtfertigste[] (leichteste, bequemste) Übung ist, das wir je der weilen sänftiglichen erspatzieren. 2) * Unbesonnen, unbedachtsam, vorschnell; ein gleichfalls veralteter Gebrauch. Siehe ich bin zu leichtfertig gewest, was soll ich dir antworten? Hiob 39, 34. Wer bald glaubt, ist leichtfertig, Sir. 19, 4. 3) * Leichtsinnig; welche Bedeutung gleichfalls nicht mehr üblich ist. Abimelech bestellte leichtfertige Leute, Richt. 9, 4; wo das im Hebräischen befindliche Wort, Hrn. Stosches Versicherung zu Folge, leichtsinnig bedeutet. Sie schwören leichtfertig falschen Eid, Weish. 14, 28. Gewöhne deinen Mund nicht zu leichtfertigen schwören, Sir. 23, 17. 4) Fertigkeit besitzend, mit Fleiß Böses zu thun, andern mit Vorsatz und ungereitzt Schaden zuzufügen, boßhaft; in welchem Verstande es nur noch zuweilen in der Sprache der Gerichte üblich ist. Ihre Propheten sind leichtfertig und Verächter, Zephanja 3, 4; wenn anders hier nicht auch die vorige Bedeutung Statt findet. 5) Im gewöhnlichsten Verstande, geneigt, Fertigkeit besitzend, einem andern mit Vorsatz und ohne dazu bekommene Reitzung einen Possen zu spielen, und darin gegründet; so daß der verhaßte Nebenbegriff der vorigen Bedeutung verschwindet. Ein leichtfertiger Mensch. Ein leichtfertiger Streich. Anm. Im Nieders. lichtvarig, im Dänischen lätfärdig, im Schwed. lättferdig. Es ist unnöthig, dieses Wort mit Grammen und Ihren von dem Angels. Ferhth, das Gemüth, (im Deutschen bedeutete Ferch ehedem das Leben, das Blut, siehe 2. Ferch,) abzuleiten; indem aus der ersten eigentlichen Bedeutung zur Gnüge erhellet, daß die letzte Hälfte dieses Wortes unser fertig, von fahren, ist, so fern dasselbe im weitesten Verstande eine jede schnelle Bewegung bedeutet.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leichtfêrig

    Adelung (1793–1801)

    Leichtfêrig , -er, -ste, adj. et adv. 1. Eigentlich, eine leichte Bewegung habend, sich ohne Mühe, ohne Anstrengung schn…

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leicht+ferig

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Cotta, M. (2026). „leichtferig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leichtferig/adelung
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Cotta, Marcel. „leichtferig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leichtferig/adelung. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „leichtferig". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leichtferig/adelung.
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