lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Leichenalkaloide

nur Lex. · 1 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
1 in 1 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
10
Verweise raus
0

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Leichenalkaloide

Bd. 12, Sp. 359
Leichenalkaloide (Kadaveralkaloide, Leichenbasen, Ptomaïne), organische Basen, die in Leichenteilen und in verschiedenen Fäulnisgemischen als Stoffwechselprodukte von Bakterien vorkommen. Die L. haben große Ähnlichkeit mit Pflanzenalkaloiden und verhalten sich gegen höhere Organismen teils indifferent, teils wie starke Gifte (Leichengifte). Das erste Ptomain wurde 1865 von Marquardt aus faulenden Leichenteilen abgeschieden; 1869 isolierten Zülzer und Sonnenschein aus faulenden Flüssigkeiten das erste kristallisierbare Ptomain. Schon 1866 hatten Bence Jones und Dupré in allen Organen, Geweben und Flüssigkeiten des menschlichen und tierischen Körpers eine alkaloidartige Substanz (»animalisches Chinoidin«) gefunden, und in der Folge wurden mehrfach Ptomaine in frischen Leichenteilen nachgewiesen, häufig aber ergaben Untersuchungen frischer Leichenteile durchaus keine basischen Substanzen. Die Befunde waren speziell für die gerichtliche Chemie von großer Bedeutung, insofern sie zu äußerster Vorsicht mahnten, um nicht vermeintliche Pflanzengifte zu finden, wo tatsächlich L. vorlagen. Zu den Ptomainen rechnet Brieger das Cholin, Neurin, Muskarin, die Methyl-, Äthyl-, Propyl- und Butylamine, Neuridin, dann Putrescin (Tetramethylendiamin), Kadaverin (Pentamethylendiamin), Tetanotoxin, Tetanin, Mytilotoxin, Mydatoxin, Gadinin, Typhotoxin. Vgl. Öffinger, Die Ptomaine (Wiesb. 1885); Brieger, Über Ptomaine (Berl. 1885–86, 3 Tle.); Guareschi, Einführung in das Studium der Alkaloide (deutsch von Kunz-Krause, das. 1896–97).
1541 Zeichen · 14 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Leichenalkaloide

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Leichenalkaloide ( Kadaveralkaloide, Leichenbasen, Ptomaïne ), organische Basen, die in Leichenteilen und in verschieden…

Verweisungsnetz

6 Knoten, 5 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leichenalkaloide

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von leichenalkaloide 2 Komponenten

leichen+alkaloide

leichenalkaloide setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — leichenalkaloide kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „leichenalkaloide". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leichenalkaloide/meyers?formid=L02632
MLA
Cotta, Marcel. „leichenalkaloide". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leichenalkaloide/meyers?formid=L02632. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „leichenalkaloide". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leichenalkaloide/meyers?formid=L02632.
BibTeX
@misc{lautwandel_leichenalkaloide_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„leichenalkaloide"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/leichenalkaloide/meyers?formid=L02632},
  urldate      = {2026-05-19},
}