Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
lantgerihte stN.
2 Gerichtsbezirk eines Landgerichts
3 mit dem Landgericht verbundene Herrschaftsrechte
1 Gericht, in dem Landrecht gesprochen wird (im Unterschied zum städtischen Gericht; vgl. zur Sache 2HRG 3,518ff. und mit zahlreichen weiteren Belegen DRW 8,410–418; vgl. lantdinc , lantgedinge , lantrihte , lanttac und lantteidinc ): super generali terre iudico, quod lantgerihte nominatur UrkEnns 2,576 (a. 1215); auch hat maht des koneges ammetman unde ein rihtere fon Frankenford, daz sie den dorfen mogint gebieden an daz lantgerihte zuͦ rugene unde fur zuͦ brengene alliz daz, daz den dorfen shadelich ist UrkFrankf 1,423 (a. 1303); in der selben graffschaft ligent zwo hofstette, uf den diu herschaft ir landgerihte haben sol UrkGraub (M) 2,179 (a. 1303-1311); daz der purger guet czu der stat gericht gehort und nicht czu dem lantgericht StRBrünn 385; StRFreiberg 61,24. – z.T. nicht eindeutig zu differenzieren zwischen Gericht, Gerichtsbezirk und mit dem Gericht verbundenen Rechten: wir Chunrat von Haslach sazzen ze geriht uf der trat ze Dytfuͤrtte, als uns unser herre der roͤmisch chuͤnich Ludewich daz lantgeriht in der grascheft ze Hirzperch enpholhen hat mit vollem gewalt MGHConst 5:320,36 (a. 1316). 5:441,25 (a. 1319) 2 Gerichtsbezirk eines Landgerichts: wir gebiten auch allen den di in dem lantgerihte sint gesezzen, iz sint dinstman, ritter od chneht, arm od riche, swa di lantrihter irin lanttæidinch hin legen, daz si dar chomen, dem geriht ze helf MGHConst 2:607,38 (a. 1256-1261); vnd ist daz guͤt des herren aigen, so zeuhet er di vrtail wol auf den lantrichter oder auf den chaiser [...] vnd sol im der chaiser oder der lantrichter fride dar an pannen, ob daz guͤt in seinem lantgericht leit SchwSp (R) 80,375 3 mit dem Landgericht verbundene Herrschaftsrechte: omnia iura ad nos spectantia, que vulgo lantgerith, marchdinest, foythreth dicuntur, libere tradidimus UrkBabenb 1:170,26 (um 1235); vnd sol ouch ir iglicher von dem vischlehen den zins in das lantgericht geben, der von altem recht do von gegeben ist UrkEnns 5,37 (a. 1311)
MWB 3,3 871,26; Bearbeiter: Diehl