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Lackmus

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
7 in 7 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Lackmus

Bd. 12, Sp. 21
Lackmus (Lacca musica, L. musci), blauer Farbstoff, der aus verschiedenen Flechten, Roccella-, Variolaria- und Lecanora-Arten (früher fälschlich Moose, musci genannt, daher der Name), besonders aus Lecanora tartarea, namentlich in Holland dargestellt wird. Man überläßt die gemahlenen Flechten unter Zusatz von Kalk, Pottasche oder Ammoniak etwa vier Wochen der Gärung, verdickt dann die Masse, in der sich der blaue Farbstoff entwickelt hat, mit Kreide und Gips, bringt sie in die Form kleiner Würfel und trocknet sie. L. ist dunkelblau, matt, erdig und gibt mit Wasser eine blaue Flüssigkeit, die sich durch Säure zwiebelrot färbt, während die gerötete Lösung durch Alkalien ebenso leicht wieder blau wird. An der Luft ist es leicht vergänglich. L. enthält als wesentlichen Bestandteil einen Farbstoff, das durch Einwirkung von Luft und Ammoniak auf Orcin entstandene Azolitmin C7H7NO4, es dient zur Ermittelung der sauren, neutralen oder alkalischen Reaktion eines Körpers. Dies geschieht besonders bei der Maßanalyse durch Lackmustinktur, sonst aber durch Lackmuspapier (charta exploratoria). Zur Bereitung des letztern behandelt man 1 Teil gepulvertes L. 24 Stunden mit kaltem Weingeist, extrahiert es dann mit kaltem Wasser, versetzt die Hälfte des 10 Teile betragenden Filtrats vorsichtig mit verdünnter Phosphorsäure, bis sich die Flüssigkeit eben rötet, und tröpfelt dann von dem zurückgestellten Filtrat so viel hinzu, daß die Flüssigkeit wieder blau wird. Mit dieser Flüssigkeit (Lackmustinktur) tränkt man seines Filtrierpapier, das, nach dem Trocknen in Streifen geschnitten, an einem von Säure- und Ammoniakdämpfen freien Ort aufbewahrt werden muß. Zur Darstellung von rotem Lackmuspapier zieht man das trockne blaue durch sehr stark verdünnte Phosphorsäure und trocknet es.
1804 Zeichen · 13 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    LackmusDas

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Das Lackmus , — es, Mz . u. die blaue Farbe, welche aus dem Safte einer Pflanze, der Lackmuspflanze, bereitet wird, und …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lackmus

    Goethe-Wörterbuch

    Lackmus auch Lak-; einmal -ß aus der Lackmusflechte gewonnener blauer Farbstoff; überwiegend im Hinblick auf opt Versuch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lackmus

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Lackmus , blauer Lack . blaue Farbe, aus einer Flechte, der parmelia tartarea , die im nördl. Europa, besonders häufig i…

  4. modern
    Dialekt
    Lackmus

    Rheinisches Wb.

    Lackmus lakmō:s, –ū-  hier u. da Rip, Berg, Eup , Selfk angegeben; lǫk- Heinsb-Karken ; lakməs Aach-Stdt Sg. t. n.: Bl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lackmus

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von lackmus 2 Komponenten

lack+mus

lackmus setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lackmus‑ als Erstglied (8 von 8)

Lackmußauflösung

Campe

lackmuss·aufloesung

Die Lackmußauflösung , Mz. — en , oder der Lackmusabsud, — es, Mz. — e , reines Wasser, in welchem Lackmus aufgelöset und gesiedet worden is…

lackmustinctur

DWB

lackmus·tinctur

lackmustinctur , f. tinctur aus lackmus: das verhalten der lakmustinctur gegen säuren und alcalien, so bekannt es war, blieb doch immer wege…

Lackmustinktur

GWB

lackmus·tinktur

Lackmustinktur ‘La(c)kmustinc(k)tur’ durch Zusatz von mehr od weniger großen Anteilen von (Schwefel-/Phosphor-)Säure rot od blau-violett ers…