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lêbarte

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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

lêbarte stswM.

lêbarte stswM. aus lat. leopardus; auch leb(e)hart, lepart, lewart, auch leo-, lew-, li(e)-. 1 ‘Leopard’ (s.a. Batereau, Tiere, S. 45f. und Schmidtke, Tierinterpr., S. 328–330)
1.1 allg.
1.2 in theologischer/  metaphorischer Auslegung, Träumen u.ä.
1.3 besondere Merkmale, auch in Vergleichen
1.3.1 das scheckige Fell
1.3.2 Schnelligkeit
1.3.3 Sprungvermögen
1.4 als Bildelement (z.B. auf Rüstung oder Schutzsteinen); heraldisch kommt es zu Überschneidungen mit dem Löwen (vgl. G. Scheibelreiter, Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, in: Das Mittelalter 12,1 (2007) , S. 9–23, hier S. 14f.)
2 als Bestandteil von Eigennamen (Personennamen und Hofname)
   1 ‘Leopard’ (s.a. Batereau, Tiere, S. 45f. und Schmidtke, Tierinterpr., S. 328–330)    1.1 allg.: von dem leoparden. leopardus ist ain tier geporn von dem lewen und von dem parden BdN 145,6; lewparten, lewen, wilde swein, / obentin und kamelein, / ainhuren und rinoceros, / wisinttier und frosch HvNstAp 10138; leparten, wolve, luchse, / hasen, tachs, fúchse WernhMl 3683; TrudHL 52,29; Brun 637; Rol 7095; ReinFu K,2006; Wig 3878; HvNstAp 6687. 8152; StrKarl (S) 3630; MarcoPolo 72,7. – gezähmt oder in Gefangenschaft gehalten: tigris, lêbarte, seltsæn tiere, / vil lewen wurden schiere / ûz irn holn gelâzen / gegen im an die strâzen UvEtzAlex 14627; RvEAlex 13282; ouch het der mære degen balt / zwêne liebart erzogen, / die mit dem helt vür unbetrogen / liefen swâ er kêrte, die wâren sô gelêrte, / daz sie tâten swaz er in gebôt PleierTand 9106 u.ö.; der leopard wirt zam etswenne, aber er wirt nümmer sô zam, daz er seiner grimmichait vergezz BdN 145,17; als Geschenk: si sante mir pantêre / seszich unde mêre / und hundrit liebarte, / di dâ loufint harte SAlex 5555. – abgerichtet für die Jagd: si habent die leoparden pei in, die in daz wilt vâhent BdN 493,18. 145,27; man setzet valken und lêbarten / hûben ûf, daz si niht warten [spähen] / hin und her Renner 10035; MarcoPolo 21,5; JTit 1678,3    1.2 in theologischer/  metaphorischer Auslegung, Träumen u.ä.: ez [das Untier, das den Antichrist bezeichnet] was eim lebarte gelich, / wan der selbe wuoterich / hat misliche lere, / nu demuote, denne here LAntichr 449; der man bezeichent di unkuscheit, / der lebehart den sunder so man seit, / der lewe di hochvartikeit Brun 2591. 9403; HistAE 4332; Litan 114; daz êrste tier was ain liebarte; / der vier arenvetech habete, / der bezaichinet den Chrîchisken Alexandrum, / der mit vier hern vuor after lande Kchr 536; Anno 14,1; und wundert mich sere warumb yn Merlin ein lepart hieß; sit der lewe werder ist dann der lepart, darumb solt er yn zu recht eim lewen geglichet han Lanc 504,10. 505,1    1.3 besondere Merkmale, auch in Vergleichen    1.3.1 das scheckige Fell: lebeharde mit den vil wehen [bunten] vlecken Brun 9401; En 5261; ûf den goffen [Hinterbacken] hâtiz rindis hâr, / an den sîten liebarten mâl: / sô sarrazîn joh cristinman / nie nihein bezzer ros gwan SAlex 291. 5483; im stuͦnden gar die guffe wol / gevar rehte alsam ein lebart / (nie dehein oͤrshe [Pferd] der varwe wart) Rennew 2701; GTroj 4252; des môres hût unsanfte lât / ir swarze varwe, die si hât: / des lêbarten hiute sam geschiht, / diu enlât ir maneger flecken niht [vgl. Ier 13,21] : / als wizzet, daz ein übel man / sîn übel niht vermîden kan Freid 88,21; sô der môr die swerze lât / und ouch der liebarte / sîne vêhe swarten, / sô tuost ouch dû vil lîhte wol [dann erst wirst du Gutes tun] ; / du bist des übels alsô vol LBarl 13466; ein liepart nie sô vêher / an maniger varbe wart gesehen, / als man dem kunic muoste jehen / daz sîn gemüete wære [= er ist wankelmütig] Ottok 2058; der [Ovid] nam den vrowen ere und gab in mal, daz lewart nie so schecker / wart, dann er di frowen hat gemeilet JTit 263,2    1.3.2 Schnelligkeit: daz münechlîn gar snelle / kam als ein liebart her gevarn Mönchl 155; die wurden zornic vnde snel als der lebarte Lucid 61,8; dar qvam der zobel vnd der mart / vnd der lewart snel ReinFu K,1337; hierher (?): si sante mir pantêre / seszich unde mêre / und hundrit liebarte, / di dâ loufint harte SAlex 5555    1.3.3 Sprungvermögen: swer lobt des snecken springen / und des ohsen singen, / der kam nie, dâ der lêbart spranc / noch dâ diu nahtegale sanc Freid 139,21; ein snegge vúr einen lehpart wol tusent klafter lang sprang [Motiv der verkehrten Welt] Marner (W) 6:11,4; RvZw 160,6; Pass I/II (HSW) 34690; [der gejagte Hirsch] entran den hofwarten, / die in sam die lewarten / von sprunge waren an chumen StrKD 7,50; daz half dem schermmeister, daz er wîte spranc / alsam ein lêbart wilde Kudr 361,2; Bit 9339; EckenlE2 36,7. – die drei Sprünge des ~ : der lêbart ist ein snellez tier, / und swaz er niht begrîfen schier / mac mit wîten sprüngen drîn, / nâch dem lêt er sîn loufen sîn Renner 19367; [aus der Vereinigung von pardus und Löwin entsteht] snel, vêch, in valwer varwe der lêparte, / des snelheit nicht entrinnen kan / in sprüngen drîn, swaz loufens pfligt ûf erden Boppe 1:7,10; [eine Dame ist] noch süzer dan dem hering dünke wazzers glins, / [...], / noch süzer dan dem lebartin / dri roubes gernde sprünge sin, / [...], / noch süzer dan dem kempfen siges crone Frl 3:18,9; vgl.: wenne man in zuo jagen ablæzt und er daz tier in dem vierden oder in dem fünften sprung niht begreift, sô stêt er still zorniger und grimmiger BdN 145,20; hier symbolisch für Christus: du reiniu creatiure [Maria] / gebære uns den vil zarten / erwelten lebarten, / des drivalteclicher sprunc [an das Kreuz, unter die Erde (Grab), in die Hölle] / daz wilde tier, alt unde junc, / mac ergahen, so man giht KvWGS 746    1.4 als Bildelement (z.B. auf Rüstung oder Schutzsteinen); heraldisch kommt es zu Überschneidungen mit dem Löwen (vgl. G. Scheibelreiter, Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, in: Das Mittelalter 12,1 (2007), S. 9–23, hier S. 14f.): mit golde lieht von Arâbîn / was im [dem Schild] sîn velt bedecket, / und wâren drîn gestrecket / entwerhes drî lêbarten KvWTurn 313; Altistrates von hoher art / trug den starcken libart / [...] / in ainem roten schilte HvNstAp 17649; mit dem lebarten paniere ebd. 17833. 17828; ein wapen, [...] / das was ein richer lebart / vf zobel von harm gesnitten Krone 18093; GTroj 4252; uf dem helm sich regte / mit sprungen ain lebart WhvÖst 15557. 15568; PleierGar 10833. – apotropäisch: auf aim swarzen stain ain mensch, der sitzt auf aim leoparden und hât ain rœrn in der hant, der [Stein] ist guot wider diu pœsen tier und wider ertrinken in wazzer BdN 470,36    2 als Bestandteil von Eigennamen (Personennamen und Hofname): Cuͤnrat Lebarte UrkCorp (WMU) 2550,41; der alte Lebarte ebd. 2550,31; hus vnd houestat zuͦ dem lehbarten ebd. 3252AB,5

MWB 3,3 940,23; Bearbeiter: Richter

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lêbartestswM.

    Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

    lêbarte stswM. aus lat. leopardus; auch leb(e)hart, lepart, lewart, auch leo-, lew-, li(e)-. 1 ‘Leopard’ (s.a. Batereau,…

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Cotta, M. (2026). „lêbarte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/l%C3%AAbarte/mwb?formid=100200000
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Cotta, Marcel. „lêbarte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/l%C3%AAbarte/mwb?formid=100200000. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „lêbarte". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/l%C3%AAbarte/mwb?formid=100200000.
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