Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
kunol
als i-St. wäre möglich), nur Gl. 3,313,4 (An-
fang oder Mitte des 12. Jh.s, frk./obd.?):
‚Kaninchen; cuniculus, lepus subterrane-〈Var.: covnol〉. Das Wort ist aus afrz.
us‘
con(n)il
‚Kaninchen‘entlehnt. – In späterer
Zeit sind Formen belegt, die auf and. Grund-
lagen zurückgehen: Auf lat. cuniculus m.
‚Kaninchen‘führen (teils mit sekundärer An-
lehnung an König m.) mhd. kün(ic)lîn st.n.,
frühnhd. kün(ig)l(e)in, nhd. dial. schweiz.
küng(g)eli n., chünnel n., els. küngele, kün-
kele n., schwäb. küllein, kün(i)g, königlein n.
‚Kaninchen‘(auch als sekundäre verdeutli-
chende Komposita: schweiz. chüngel[i]has
895 gikunnunga – kunolS896
m., bair. künighas m., tirol. kînighą̂s m., els.
künelhas m.
‚Kaninchen‘). Die Var. afrz. co-
nin zu afrz. con(n)il ergibt dagegen nhd. dial.
rhein. kanin, hess. greinhase, westf. knîne,
wozu sich auch die nhd. Form Kaninchen n.
stellt (eine Verhochdeutschung [zuerst Lu-
ther: Caninichen] von mndd. konineken), da-
neben auch die ebenfalls auf das Ndd. (mit r-
Einschub) zurückgehende Form Karnickel n.