Knod(d)en das Wort, hd. Knoten, ist allg. verbr., bis auf das OBerg, wo
Knupp gilt (erst jünger
knōən) [das NBerg zieht
Knupp vor], u. auf das Klevld, schon Kemp, Kref, Geld, Mörs, wo
Knöpp (
s. Knüpp bei knüppen) gilt [doch in diesem Geb. für besondere Bed. hier u. da auch Kn.]; auch Birkf zieht
Knüpp (
gnep) vor, u. zwar Rhfrk
-ōrə, –ə- Sg. u. Pl., Demin.
-ēdχə [Saargeb. auch
-ōd-]; Mosfrk in Merz, Saarbg, WTrier-Ld, Bitb, SPrüm
-ūə(r)t, –ōt, –ōət, –ōăt, Pl.
-īə(r)t, –ēt, –ēət, Demin.
-īədχən usf. [
-ut Trier-Geizenbg OFell;
-ǫt Prüm-Ihren GrKampenbg, Malm-Vith; in Merz, Bitb (
z. B. Gehw Steinbg Saarhölzb (u.
-ūərt) auch
-ūərdən Sg. u. Pl.; Bitb-Badem Sülm
-ōădən; Trier-Stdt
-ōd-]; sonst Mosfrk
-ōdə(n) (schon Bitb in der Kyllgegend) [
-ūd- Trier (Mos), Bernk;
-ǫd-, –od- OWittl, Koch, Daun, Aden, NPrüm;
-olən SNeuw]; Rip
-ǫd- [kurköln. Neuw, Köln-Stdt
-od-] Sg. u. Pl. [Pl.
-d- Aden-Engeln,
-ǫdərə MüEif]; doch Malm, Monsch, WSchleid
-ət, -ūət, Pl.
-ə-, –ȳə-; Köln-Ld, Bergh, Dür, Schleid-Heimb, Jül, Aach-Berensbg, Grevbr, Neuss
-ǫt, Pl.
--; Altk-Wendl, OBerg
-ōən Sg. u. Pl. (jünger, älter
-up) [Altk-Wissen Betzd
-ǫrn]; NBerg
-ōdən Sg. u. Pl. (mehr
-yp) [Wermelsk
-oudən; Düss
-t, Pl.
--]; Eup (nur in der Bed. Klumpen, dickes Stück; Kn. in der Schnur
knoup), Aach, Geilk, Heinsb, Erk
-·ə., -ō·ə., Pl.
-·ə., –ōø·ə. [Kref-Osterath
-ōət, Pl.
-ə-; Geld (Bed. 2. a. ε)
-ǫt, Pl.
--]; Dinsl-Aldenr
-ōən Sg. u. Pl.; Demin. Rip, Berg, SNfrk
-tχə, –tšə m.: 1.a. durch Zufall oder durch gewolltes Knüpfen entstandener Kn., wie
nhd.;
en Kn. en der Kord mache;
mach en gehürege Kn., dat de Sack net opgeht; ech well mer ene Kn. en et Sackdoch (Taschentuch)
mache, dat ech et net vergesse; ene Kn. knöppe; en de Schohnsreme sen Kn. dren; en de Brude (Broten)
se ze vell Kn. dren das Mehl hat sich geklümpert Rip, Allg.;
Knöə dörchtrecke bei der Tuchfabrikation Aach. RA.:
Mach der e Kn. ön de Nos! scherzh., damit du dich erinnerst Trier, Allg.;
mach der ene Kn. en de Bein! ziehe die Beine etwas ein Köln-Stdt. Scherzfr.:
Wie fängk mer Kameele? Mer scheck ene Rechen (Reichen)
en et Himmelreich, da geht e Kameel durch e Nolenog (Nadelauge),
da mät (macht)
mer dem K. ene Kn. en de Stetz, dann hät mer et Bergh-Hüchelhv.
Mach e Kn. dran (drein)
! sagt man zu dem, der laut furzte Trier-Mehring.
De kann och käne Kn. ewer't Wasser mache er kann auch nicht alles Kobl-Bend.
Mach e Kn. wie en Noss, da duhsde ka Stich ömesoss (umsonst)
(os ke St. emesoss) Trier, Merz, Bernk, May, Prüm;
ös et kei Kn. bie en Noss, dann ös de irschte Stöch ömesoss Altk-Horhsn.
De Kn. aus dem Strih dreschen übermässig dr. Bitb-Hütting.
Met dir han ich noch e Knedche ze kneppe (knüpfen) ein Hühnchen zu rupfen;
dem kneppe ech awer noch e Kn.! ich werde schon sorgen, dass er das, was er vorhat, nicht ausführt oder ausführen kann Kobl, Neuw.
Sech en Kn. en de Bauch lache lange u. viel l. Kobl-Weissenthurm.
Du häs ne Kn. en de Hälp (Hosenträger) einen Höcker Rheinb-Flamersh.
Eich beisse ke Kn. dran (drein)
! ich lese ihm mal ordentlich die Leviten Prüm-Leidenborn.
He deht de Kn. op fängt an zu wachsen, —
hät de Kn. opgedonn; dem es de Kn. (noch net) gebroch(e) (gebarscht); öm es der Kn. (noch net) opgegange; dat durt lang, ih dem de Kn. opgeht Allg.
; duh de Kn. mol usenanner! mach, dass du wächst Neuw-Raub;
wann de Kn. ens drutgeht, sall hei wall wassen Gummb-Lantenb.
De Kn. es em ze karz (kurz)
gekneppt worre er ist nicht vorangewachsen Neuw-Datzeroth.
Jet em Kn. han im Rückhalt Sol;
se hon neist am (im)
Kn. sind arm Bitb-Badem.
Ich schlonn der et Hemb en Knödd! werde dich tüchtig verprügeln Dür-Gürzenich.
Et Hemden met Kn. aneibengen sehr arm sein Sol. — b. besondere Kn. α. Kn., Astknoten im Holz;
enen Bengel met Kn. Knotenstock Sol, Allg. RA.:
E sägt e Kn. dorch er schnarcht fest Trier-Mehring. — Aststumpf; knorriger Auswuchs an einem Baume Allg. — β. Kn. im Getreidehalme oder sonstigen Pflanzenstengeln Allg.
Kn. zehje (ziehen) Halme zum Losen ziehen Kreuzn-Bretzenh, Trier-Mehring, May, Aden, Prüm;
Knöddche trecke Rheinb, Bo, Köln, Grevbr, Neuss; am zweiten Abend nach dem Tode eines Nachbarn kam man in dessen Hause zusammen, um
Knöddchezetrecke, welches Amt man am Begräbnistage zu versehen hatte, nämlich
de Lich ze beschwiəre (einladen zum Begräbnis),
ze lüə (läuten),
ze drage (den Sarg) udgl. Grevbr. — γ. Haarknoten;
de Hor en em Kn. opsteche Rip, Allg. [Rees-Elten
-ǫt]; Stirnhaare des Pferdes (in einem Kn. zusammengebunden) Jül-Opherten. — 2. übertr. a. sachl. α. knorriges, festes Stück Holz,
e Kn. Holz; derber Knotenstock uSaar von Merz an, Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Koch-Kaisersesch, Ahrw, Monsch-Ruhrbg, Rheinb-Queckenbg, Dür-Brandenbg Birgel, Jül-Daubend, Aach, Geilk, Erk, Heinsb. — β.
-ōt, Pl.
-ēt f. zurückgeschnittener Rebzapfen mit drei Augen, der das nächstjährige Fruchtholz liefert Meis-Staudernh, Goar-Bacherach ODieb OWesel;
-ǫdə m. Sieg-NDollend. — γ. Auswuchs am Körper, Dutz, ordentliche Beule Aach, Geilk, Heinsb; Frostbeule Aach-Strass; Kehlkopfknorpel Wippf, Sieg; Höcker Kref-Osterath. — δ. Erdscholle des Ackers Bergh-Sind, Dür-Derichsw Morschenich, Eup-Raeren, Heinsb; anstossender Fels im Acker Eusk-Friedrichsruh; Klumpen Lehm Aach-Eschw. — ε.
-ǫt ein verschlungenes Bündel Flachs,
en Knöche Flass spenne; ein Gebinde Garn von einigen Loten Geld, Klev-Frasselt Goch Hülm Mehr (
-ts), Rees-Elten. Der Nachtwächter rief um 10 Uhr abends:
Gej Mäjches en Burenne, gej könnt noch wäll en Knöche spenne, en Knöche of en Knodd; tiəhn Ühre hät de Klock! Geld-Kevelaer. — ζ. ein grosses, grobes Stück, ein Klumpen;
ene Kn. geschmoze (geschmolzen)
Blei; ene Kn. Strongks (Kot);
ene Kn. Bruət, Fleəsch udgl.;
de hat et met Knöə henger (
hinter)
de Uhre setze Aach, Eup, Bergh; ein ordentlicher Brocken auf dem Kerbholz;
de hat Knöə Heinsb-Erpen;
wat Knött, wat Kn., sät Pastur, als ech bei dem gebech hatt Bergh-Hüchelhv. — η. Kothaufen Aden-Herschb, Ahrw-Remag. — θ. Tannenzapfen,
Danneknuden Trier-Leiwen. — ι.
-t Pl. sehr dicke Kartoffeln Monsch-Witzerath, Dür, Köln-Widdersd. — κ. euphemist. Geld, u. zwar
de hät (völl) –t Köln-Horrem, Dür-Ellen;
-·ə. Eup. — λ.
ōdən gin Schläge geben Trier-Euren;
-·ə. krege Aach. — μ. Schwierigkeit, unangenehme Sache;
das es de Kn. darin liegt die Schwierigkeit Saarbr, Allg.;
dat ös mer ne Kn. eine schwierige, erzwungene Arbeit, das ist mit Schwierigkeit verknüpft, das tue ich sehr ungern, das tut mir leid, —
ne harde (ärge, helle) Kn.; die Sach hät ene Kn. Rip, Sol, Düss, Grevbr, MGladb, Erk;
dat ös mr e (hart) Knöddche Rheinb-Meckenh, —
en grouf (grob)
Knöddche Aach-Stdt;
do sett der Kn. das Hindernis Sol;
do litt (liegt)
der Kn. die Hauptursache der Schwierigkeit Wermelsk;
dore (darin)
litt der Kn. Aach;
en dem Geschäf stich ävver mänche Kn. Bergh-Hüchelhv;
jetz weiss ech, wo der Kn. an hingk Köln-Stdt;
ech wet (weiss),
wat de Kn. es Wermelsk;
der Kn. drus ha den schwersten Teil der Arbeit hinter sich haben Aach-Stdt;
ehre einzege Kn. (Leid)
wor, dat se vun ehrem Jung kei Wort mih hort Köln. RA.:
(Enem) de Knödd afstüsse für einen andern die grobe Arbeit leisten;
de Kn. a. mösse sehr harte Arbeit verrichten müssen Dür, Aach, Eup, MGladb, Heinsb-Kirchhv, Düss-Stdt.
De hat ene Kn. op et Hatz schweren Kummer auf dem Herzen;
duə moss gene Kn. om H. losse Aach-Ld. — ν. in der Wend.:
Zu Knodden op ganz, mit Haut u. Haar;
ech hon alles ze Kn. opgess, wat op dem Desch stong Daun, Bitb, Prüm;
dat Feier (Feuer)
as ze Kn. aus ganz u. gar erloschen Bitb-Ernzen. — b. persönl. α. verächtl. kleiner, dicker, gedrungener Mensch Allg.;
Knedchen klein gebliebener Junge Trier-Stdt. — β.
e gesonne (ferme, feste) Kn. gesunder, starker, kräftiger, untersetzter Mensch Bitb, Aach-Alsd. — γ.
ene riche Kn. reicher Bauer Aach-Merkst. — δ. verächtl. unbeholfener Mensch Saarbg. — ε.
-ō·ə. der letzte in der Reihenfolge beim Klickersp Geilk-Tripsr.