Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
knehtlîcho
11. Jh., mfrk.):
‚Geburt eines Jungen oder(vgl. ae. cnihtgebeor-
Kindes; puerperium‘
þor n.
‚Kind-Geburt‘). Das Determinativ-
komp. mit subst. VG und HG ist eine Lehn-
übersetzung von lat. puerperium
‚Geburt,, ein No-
Niederkunft, Nachkommenschaft‘
men actionis zu puerpera f.
‚Wöchnerin,(vgl. Lauffer 1976: 103 f.). S.
Kreißende‘
kneht, gibor. – knehtheitAWB f. i-St., in Gl. seit
der 1. Hälfte des 10. Jh.s, Nps, Npg und
Npw:
‚Tapferkeit, Nachkommenschaft, Ge-(mhd. knehtheit
folge, Gesinde; clientela, fortitudo, mos,
sanguis, virtus‘
‚Tapferkeit‘,
frühnhd., ält. nhd. knechtheit
‚Knechtschaft‘;
mndd. knechthēit
‚Knechtschaft, Unfreiheit‘
[Reformationsliteratur, nach dem Hd.]; ae.
cnihthād
‚Jugend‘). S. kneht, heit. – knehtilînAWB
n. a-St., Gl. 3,428,6 (Ende des 12. Jh.s):
‚(Haus-)Knecht, Diener; vernula‘(mhd.
knehtelîn, ält. nhd. knechtlein auch
‚Schul-). Diminutivbildung mit dem Suffix-
junge‘
konglomerat -ilîn (s. d.). S. kneht. – knehtlîhAWB
S635knelliza, knelliz(i) – kneo, kniu 636
adj., in Gl. seit dem 10. Jh.:
‚tapfer, krie-(mhd. knehtlich, ält.
gerisch; ferociter, ferox‘
nhd. knechtlich; mndd. knechtlīk
‚das Ver-;
hältnis zum Knecht bezeichnend, männlich‘
ae. cnihtlīc
‚kindlich‘). Desubst. Bildung
(vgl. Schmid 1998: 281 f.). S. kneht, -lîh. –
knehtlîchoAWB adv., Gl. 1,704,32 (in 2 Hss.,
10./11. Jh. und 3. Viertel des 11. Jh.s, beide
bair.); 2,271,49 (in 2 Hss., 10. und 11. Jh.,
Zeit der Gl.einträge unbekannt):
‚tapfer,(mhd. kneht-
kriegerisch; ferociter, fortiter‘
lîche; vgl. mhd. knehtlîchen). S. knehtlîh. –
knehtwesanAWB n. a-St. (eigtl. subst. Inf.), nur
Npg:
‚das Soldatsein, Kriegersein; militans‘
(vgl. ae. cnihtwesende part.präs.
‚das Kind-). S. kneht, wesan. – Ahd. Wb. 5, 275 f.;
sein‘
Splett, Ahd. Wb. 1, 50. 469. 1112; Köbler, Wb.
d. ahd. Spr. 669; Schützeichel7 179; Starck-
Wells 338. XLIII. 824; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 5, 268.