Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kiselinc stM.
2 ‘Feuerstein’
1 ‘(einzelner) Stein, Fels’ (auch mit Betonung der Härte): calculus: kiselinc SummHeinr 2:225,244. 1:236,15; man wol mit eynem meyzel scharf / grabe in eynen kyseling Hiob 7803; an dem merterlichen tage / zaichen geschahen, / daz ez die ivden sahen: [...] der kisilink erchlank, / daz daz fewer dar ovz sprank Wernh A 4607; ir weg auf den herten kislingen BdN 301,32; under dannen do zukt im got geswinde die froͤlichen gnade, und ward im sin herz als hert als ein kisling Seuse 175,8; BvgSp 54. – im Wunder Wasser und Öl gebend: diz ist diu edel ruote kluoc, / mit der ich [Moses] den kisling sluoc, / daz frisch wazzer dar ûz flôz WvRh 15729; HvFreibKr 497; Pass III 662,94; daz ander zaichen geschach, / daz ein michel olebach / ovz den kisilingen floz: / daz wunder douhte groz Wernh A 3713; Brun 3511. 3512. – im Pl. eher kleine Steine, ‘Kiesel’ holit mir kieselinge von des mers stade PrLpz (L) 78,25; chislinge unt griezsteine / lâgen sô vil in der furch / daz der brunne dar durch / etwâ mit nœten dranc / unt reht in schellen wîse chlanc KvFuss 1846; vil snellen louf er gewan, / des horte man in clingen / von den kiselingen, / durch die und uber die er swanc Pass I/II (HSW) 3236; KvWTroj 39485; doch kunde ir einer drunder / liuhten für si alle, / rehte als ein kristalle / ûz kiselingen schînet KvWEngelh 239; KvWTroj 23187; KvWLd 31,75; nim ein chalch, der ouz chiselingen gebrennet sî Barth 132,29; driv fuͦder kisling LügenrM 56; Roth 3111. 3130 2 ‘Feuerstein’ silex haizt ain kisling, der ist hert und kalt und sleht man doch feur dar auz BdN 443,30. 144,16
MWB 3,1 284,41; Bearbeiterin: Baumgarte