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keuler

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

keuler m.

Bd. 11, Sp. 650
keuler, keiler, m. , der wilde eber, und zwar genauer im driten jahre (öcon. lex. Leipz. 1731 sp. 1202). das wort ist zur zeit erst seit dem 17. jh. bezeugt, schon da in beiden schreibungen, wie bei Stieler 909 keuler oder keiler, 'propter dentes acuminatos'. 11) keiler schreiben Frisch, Adelung, Campe: keyler wetterauisch v. j. 1608, Weigand 1, 575 aus gräflichen küchenzetteln; der keiler wetzet indes am splitternden stamm die grimmigen waffen. Zachariä 2, 35; zwanzig wolgeübten hunden, auf einen keiler losgebunden. Bürger 104b; ein keiler mit krummen beschäumten gewehren. 246b; so fürchterlich diese wilden bache oft sind, so sind die keiler doch weit grausamer und gefährlicher. Münchhausen (1822) 27. nd. kîler (oder kîlert) bei Schambach 100a, 'von den keilförmigen hauern so genannt'. 22) keuler, auch käuler geschrieben um 1700 (noch bei Nemnich), wie käule für keule, an das man dachte: des wildbrets sollten sie verschonen, aber bachen zusamt den frischlingen und keulern nidermachen. lied v. j. 1631, Opel u. Cohn 30jähr. kr. 278. 279; einen wilden schweinskäuler. Riemer pol. colica (1680) 235, käuler 236; seh ich hier die wilden käuler durch verworrne hecken dringen. Brockes 6, 226; den schnaubenden keuler, der entgegen der wunde rennt. F. L. Stolberg 1, 6; Idomeneus im vordersten gliede, stark wie ein keuler. ders. 11, 126. 188 (Iliad. 4, 253); Werner in seiner stärke vor ihnen her, schnaubend, einem keuler ähnlich. Fr. Müller 1, 363; löw und keuler. Göthe 44, 136. auch bei Gökingk 1, 69. Kosegarten poes. 1, 131. Lenau neuere ged. 288. 33) benannt ist der keuler von seiner waffe, die weidmännisch sein gewehr heiszt (Bürger u. 1), seine scharfe wehr (bei Opel und Cohn 278); er schlägt, haut damit, daher er selbst wie seine waffe auch hauer heiszen. keilen aber ist ein volksmäsziges kraftwort für schlagen, das eben auch um 1600 zuerst bei schriftstellern auftaucht, und zwar md. und nd. (sp. 450), unterm volke gewiss viel älter. so scheint keiler aus mitteld. sprache in die schriftsprache gekommen, die md. jäger mochtens schon lange brauchen; keuler zu sagen lag nahe, da das keilen an die keule erinnert, der hauzahn des thiers als seine keule zu denken war. der anklang von poln. kiel hauzahn des wildschweins (auch spitzzahn, eckzahn überhaupt) ist wol nur zufällig.
2345 Zeichen · 55 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Keuler

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Keuler , S. 1. 2. Keiler.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Keuler

    Goethe-Wörterbuch

    Keuler männliches Wildschwein Orpheus ist in der Mitte von lebendigen und leblosen Geschöpfen vorgestellt, die sich um i…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Keuler

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Keuler , s. Keiler .

  4. Sprichwörter
    Keuler

    Wander (Sprichwörter)

    Keuler Wer einem Keuler in die Hauer fällt, der kommt mit Milchzähnen nicht weit.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keuler

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Ableitung von keuler 2 Analysen

keu + -ler

keuler leitet sich vom Lemma keu ab mit Suffix -ler.

Alternativen: keulen+-er

Keine Komposita gefunden — keuler kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.