keuler,
keiler,
m. ,
der wilde eber, und zwar genauer im driten jahre (
öcon. lex. Leipz. 1731
sp. 1202).
das wort ist zur zeit erst seit dem 17.
jh. bezeugt, schon da in beiden schreibungen, wie bei Stieler 909 keuler
oder keiler, '
propter dentes acuminatos'. 11) keiler
schreiben Frisch, Adelung, Campe: keyler
wetterauisch v. j. 1608, Weigand 1, 575
aus gräflichen küchenzetteln; der keiler wetzet indes am splitternden stamm die grimmigen waffen. Zachariä 2, 35; zwanzig wolgeübten hunden, auf einen keiler losgebunden. Bürger 104
b; ein keiler mit krummen beschäumten gewehren. 246
b; so fürchterlich diese wilden bache oft sind, so sind die keiler doch weit grausamer und gefährlicher.
Münchhausen (1822) 27.
nd. kîler (
oder kîlert)
bei Schambach 100
a, '
von den keilförmigen hauern so genannt'. 22) keuler,
auch käuler
geschrieben um 1700 (
noch bei Nemnich),
wie käule
für keule,
an das man dachte: des wildbrets sollten sie verschonen, aber bachen zusamt den frischlingen und keulern nidermachen.
lied v. j. 1631, Opel
u. Cohn
30jähr. kr. 278. 279; einen wilden schweinskäuler. Riemer
pol. colica (1680) 235, käuler 236; seh ich hier die wilden käuler durch verworrne hecken dringen. Brockes 6, 226; den schnaubenden keuler, der entgegen der wunde rennt.
F. L. Stolberg 1, 6; Idomeneus im vordersten gliede, stark wie ein keuler.
ders. 11, 126. 188 (
Iliad. 4, 253); Werner in seiner stärke vor ihnen her, schnaubend, einem keuler ähnlich. Fr. Müller 1, 363; löw und keuler. Göthe 44, 136.
auch bei Gökingk 1, 69. Kosegarten
poes. 1, 131. Lenau
neuere ged. 288. 33)
benannt ist der keuler
von seiner waffe, die weidmännisch sein gewehr
heiszt (Bürger
u. 1),
seine scharfe wehr (
bei Opel
und Cohn 278);
er schlägt, haut
damit, daher er selbst wie seine waffe auch hauer
heiszen. keilen
aber ist ein volksmäsziges kraftwort für schlagen, das eben auch um 1600
zuerst bei schriftstellern auftaucht, und zwar md. und nd. (
sp. 450),
unterm volke gewiss viel älter. so scheint keiler
aus mitteld. sprache in die schriftsprache gekommen, die md. jäger mochtens schon lange brauchen; keuler
zu sagen lag nahe, da das keilen
an die keule
erinnert, der hauzahn des thiers als seine keule
zu denken war. der anklang von poln. kiel
hauzahn des wildschweins (
auch spitzzahn, eckzahn überhaupt)
ist wol nur zufällig.