Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
kernig
kernig
Kern m. ‘Samen einer Frucht, Wesen, Mittelpunkt einer Sache’, ahd. kerno (9. Jh.), kern (Hs. 12. Jh.), mhd. kern(e), asächs. kerno, mnd. mnl. kerne, nl. kern, anord. kjarni, schwed. kärna steht im Ablaut zu Korn (s. d.) und ist wie dieses eine Bildung mit Nasalsuffix zur Wurzel ie. *g̑er(ə)- ‘morsch, reif werden, altern’, älter wohl ‘reiben, aufgerieben werden’. – 1kernen Vb. ‘Kerne herausnehmen, entfernen’, ahd. kirnen (8. Jh.), mhd. kirnen, kernen ‘Kerne ausmachen, Kerne ansetzen, bilden’; auskernen (16. Jh.), entkernen (um 1700). kernig Adj. ‘voller Kerne, kraftvoll, derb, fest’ (16. Jh.), daneben auch kernicht (17. Jh.). kerngesund Adj. ‘bis ins Innerste, völlig gesund’ (18. Jh.). Kernseife f. ‘harte Natronseife’ (19. Jh.), ursprünglich ‘beste’, weil ‘feste Seife’ im Gegensatz zur Schmierseife. In den Komposita Kernspaltung, Kernphysik, Kernkraftwerk, Kernwaffen (alle 20. Jh.) bezeichnet Kern- den inneren, positiv geladenen Teil der Atome.