kellerin,
fem. zu keller
cellarius sp. 514
f., doch in weiterem gebrauch als dieses. 11) kellerin
vel schafferin,
celatrix, proma. voc. inc. teut. n 1
b (
aber nur kelner); kellnerin, kellerin,
cellatrix, cellaria, granobata (
idem focaria, concubina, s. 2. 3).
voc. 1482 q 2
b; kellerin,
magt zum keller verordnet, weinmeitle Maaler 242
b; solches ward mir durch die kellerinn hinterbracht.
Simpl. 1, 282; die köchen (
köchin?) und kellerin, die es gerne mit einander halten. Colerus
hausb. 7.
auch in rhein. voc. 15.
jh. kellerin (kellern), kelderin,
nd. kellersche
cellaria Dief. 111
a.
in einem liede des 15.
jh. von den freuden des himmels, '
der geistliche maie',
ist Maria die himmlische kellnerin, wie in einem nl. liede des 15.
jh. die weerdinne
wirtin in Jesus kelre (
hor. belg. 10, 198): die mägde da ze tische gand, die engel da singent schone, der hailig gaist ist schenker, da ist Maria kellerin
u. s. w. Uhland 881 (Hoffmann
kirchenl. 123); Maria ist die keillerin, die engel schenken in, des söllen die lieben selen von minne trunken sin. 884 (
leseb. 975, 34),
s. das elsäss. keiler
gleich keller
sp. 513.
in nonnenklöstern war nämlich eine kellerin
über den keller gesetzt, wie in mönchsklöstern der keller,
und das ist wol da auf Maria übertragen. 22)
hausmagd überhaupt, dienstmädchen: in dise greüsenliche sünd (
der unkeuschheit) fallet der mönsch ausz mancherlei sachen .. etwenn auch ausz verkerter ler der ältren, der knecht oder kellerin. Keisersberg
dreieck. spiegel Cc 5
a; und wann du uf stost (
morgens), so fluochestu und bochest über weib und kellerin, wan sie dalme (
denn endlich) uf wellen ston?
sünd. d. m. 82
a; sprichst du zuo der frauwen oder zuo der kellerin 'wan wilt du dalme die suppen anrichten?' 84
a,
also selbst im amt der köchin, vgl. focaria
als köchin Dief. 241
a,
unter 1
aber als kellerin; du thust wie die kind, die lust haben an silberinen und guldinen buchstaben (
statt am inhalt) .. du erwelst die kellerin für die frau. Pauli
Keisersberg narrensch. (1520)
s. 183; es geth noch also (
unzüchtig) in den häusern zu, da der knecht und die kellerin, ja die frau und der knecht oder der meister mit der kellerin schimpft (
scherzt, obsc.). Pauli
sch. u. e. (1546) 39; es ist wol gewonheit an der fasnacht, das sich die kellerin kleidt mit der frowen claidern. Birlinger
Augsb. wb. 274
b,
in einer andern stelle das. werden kelerin, kinds-
und undermagt
unterschieden. Daher bildlich dienstmagd, serva: die seel ist verwstet durch die erbsünd .. deshalb sie ein knechtinn würt .. als auch Aristoteles spricht, das mönschlich natur ist manifaltiklich ein kellerin. Keisersb.
crist. künigin aa 2
b; sie ist gesin die mutter gottes und aber hat sich tief nidergeloszen in den abgrund der demuth und sich genannt ein kellerin des herrn.
post. 4, 17, Scherz 772 (
Luc. 1, 38 sihe ich bin des herrn magd). 33)
auch haushälterin ('
beschlüszerin' Frisch): und hielt haus mit einer kellerin, das was ein fromme frau. Pauli
sch. u. e. (1546) 80.
so die kindbettkellerin (
s. d.)
und die pfaffenkellerin,
meist kurz kellerin,
und vom voc. theut. oben mit focaria, concubina
gemeint ('focaria,
coquinaria, ein köchin, vel concubina'
voc. opt. Lpz. 1501). Seb. Brant
in dem cap. vom geistlich werden spricht von der bedrängten lage eines geistlichen aus armem stande: kein ärmer vich uff erden ist dann priesterschaft, den narung gbrist. sie hant sunst (
so schon) abzüg überal: bischof, vicary und fiscal (
accus.), den lähenherrn, sin eigen fründ (
verwandten), die kellerin und kleine kind, die geben im erst rechte büff.
narr. 73, 54; solt man ein pfaffen finden, der het ein kellerin mit acht, neün, zehen kinden, sein bischof khemb von sinn (
ironisch). Soltau 2, 196; der pfaff thut selb nit das er lert, er büt (
gebietet) uns puren reinigkeit, sin källerin nun (
nur) all jar treit (
trägt). Uz Eckstein
richstag (
kloster 8, 833); nun lond uns frisch und frölich sein, und unser pfaff ist voller wein, er hat sein kellerin geschlagen (
wie seine frau).
Ambr. lb. 131, 1; pfaffenkällerin und thumbherrenfrawen, ehrbar geschlecht.
de fide concub. 119; da (
am schlusz der kirchweih) führt man dann den herrn pfarrherr voll heim sampt der källerin, darnach helt der pfaff nachkirchweih.
Garg. 51
b (83); wiewol die losen fliegen manchmahl .. die liebe herrlin (
pfarrer), wann sie uber ihren memento und secreten entschlafen, in ihrer tiefen andacht verstören und sie für ein dominus vobiscum im traum ein trumpf auszschreien machen oder für ein gloria ihrer kellerin Clara rufen.
bien. 1588 197
b (1586 179
b). 44)
es gilt noch in Baiern (
doch kellner)
als kellnerin, wol auch rheinisch; in Ulm kindbettpflegerin. Schmid 309.