Karline f.: 1. (auch
n.) der weibl., bes. im NBerg u.
n. Ruhr verbr., auch sonst bekannte, aber bei Katholiken seltene weibl. Vorn., u. zwar Rhfrk
karlīn, kalīn, -lin ; Bitb
kalin, karolin () ; Prüm
karli·ŋ., –lə·i.n ; Rip
kalīn (seltener ) [Aach
-li·ŋ.]; OBerg
karlīnə ; NBerg, Klevld
karlin, kalin, karəlin, kalīna; Kurzf.
līnā:, līn, lin(a), Demin.
līnχə(n), linəkə. — Am Karlinsdag sull mer Riwe (Rüben)
säə Bernk-Lindenschd. — Neckr.
Karolinche, Fluh (Floh)
am Benche (Bein)
! Sieg-Scheiderhöhe.
Hopp, K., Floh am Benchen, ok noch en am Schenkelchen (Schinken)
! Gummb-Berghsn.
Hopp, Karoline, Floəh am Batzen; wann et jückt, dann mosste kratzen! Linche met dem decke Zihnche (Zehe)
! Aden-Wershf.
Kalina met de ene Mämm (Brust),
wat süste schäbbig ut! Barm.
Komm erop, Karling, kriste ene Hott (Hut),
K., setz em op, K., steht dich gott, K.; komm eraf, K., kriste en Kapp, K.;
dohn se af, K., beste brav, K.! Aach-Warden. OBerg.
Hopp, Karoline, h., K., ich verwitsch dich doch amol! Saarl-Berus.
Karolinche, Philippinche, geh mit mir in's Gras, do peifen de Wiesel, do hoppelt der Has! Neuw-Dierd.
Kallinche, K., laf (lauf)
gleich hämm (heim),
im Mihleweg kumme Kladderdade (Soldaten),
de Säwel an der Seit, de Flinde uf em Buckel; K., K., laf gleich hämm! Bernk-Hottenb. — 2. übertr. a. persönl.
doll Kallina n. wildes, ausgelassenes Mädchen Barm. — b. sachl. α. ein Geldwert von sechs Talern (18 Mark) (Einzelmünze dieses Wertes bestand in der preussischen Zeit nicht mehr; der Geldwert benannt nach einer Goldmünze von 11 Gulden rheinisch = 18,85 Mark des Kurfürsten Karl Philipp von der Pfalz; sie (auch
Umkucker genannt) galt 1660 in Kurtrier = 4 Reichstaler 40 Albus = 10 Gulden 16 Albus trierisch, 1737 = 9 rhein. Gulden 20 gute Kreuzer; im Jülichschen 1750 = 6 Reichstaler kölnisch 10½ Stüber; OBerg = 7 R. 40 St.;
ka(r)līn Simm, Goar, Hunsr.-Orte von Bernk, Zell, Mos von Trier bis Kobl, Saar von Merz an, Eif bis Rheinb-Meckenh, Sieg-Fussh, Eup, Aach [
-lin Saarbg-Fisch, Prüm-Balesf;
-lə·i.n Prüm-Ihren;
-li·ŋ. Trier-Euren, Prüm-Ihren, Aach;
-lēn Goar-NGondershsn;
galēn Koch o. O.], Pl.
-nə(n); heute nur noch beim Handel um ein Doppeljoch
(Koppel) Ochsen angewandt;
de Koppel kost sechsonfönfzig K.ən; e kunnt am (im)
Stal fofzig K.ə fer de Ochse kren; anderes Vieh wird
[] nach Talern u. Marken gehandelt (doch Prüm-Mürlenb 1860:
die Kuh hot mech siewe gelle (goldene)
K.ə kost) Eif, Hunsr, Saar (
s. o); sonst in RA.:
Eich gin der dat nit vor e goldig K. Simm;
eich weden (wette)
mat der em en K., dat et net wuhr as Trier-Euren;
nit fir dausent K. nicht um alles in der Welt Goar-Weiler.
We Föss-cher (Füsse)
wellt krauen (kratzen),
moss han K.ən en der Mauen (Ärmel) alte Leute warnten mit diesem Spruch diejenigen, die sich bei Juckgefühl an Beinen u. Füssen kratzen wollten Schleid-Reifferschd.
Dat künnt van et Wingchen (Wein)
an et Karlingche wer zu viel Wein trinkt, bekommt die Fussgicht, u. deren Behandlung kostet K.en Aach-Stdt. In MGladb nur in der Anekdote vom Esel:
Eəselke, lott (lass)
K.ə falle! — β.
karlī:n , Pl.
-nə Kanadaweide Erk-Rurich.