Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
karle stswM.
2 ‘Mann’ (nur md. belegt)
1 ‘Ehemann, Verlobter, Geliebter’ er ist charl, si ist chone, / daz ist ein vil altiu gewone VRechte 397; er [der Engel] sprach daz si [Anna] gienge, / ir charelen [Joachim] wol enphienge / zeiner porte diu hiez aureâ [bei der Goldenen Pforte] Wernh 956 u.ö.; zu handen viengens sich mit vreuden riche, / kunige, fursten, alle di da waren, / und ie die kon ir karlen von ir niht lie JTit 1831,4; maritus: charl GlAnzfKdVz 7:590,37; TrudHL 13,9 u.ö. 2 ‘Mann’ (nur md. belegt): horet wie eime kerle [ rusticus ] geschach Brun 3251. – abschätzig ‘Kerl’ mir grâwen alliu mîniu hâr / zuo hove, swen ich den kerl an sê / mit ambet, daz er rûnen kan. / zehant wirt mîn gemuote swâr Unverzagt 2:4,2. 2:4,10; des wolde ich immer wesen vro, / gelebete ich noch den lieben tac / [...] / und ez gestalt wirt alsus, / daz der keiser Tyberius, / der alde kerl, gelege / und dir daz riche pflege / gehorsam nach rechte sin Pass I/II (HSW) 19117
MWB 3,1 156,15; Bearbeiter: Hansen