kappellân
stM.
auch kapelan (
Wh
89,4
); kaplan (
ReinFu
K,1486
u.ö.); capillan (
PfzdHech
178,9
).
‘Kaplan’, Geistlicher, Hilfspriester, der (an einer geistl. Einrichtung oder
einem geistl. oder weltl. Hof) mit best. Aufgaben betraut ist (vgl. differenzierter
WMU 2,978f. und DRW 7,401-403):
ze hofe ouch ofte gern einer wêr / cappellân, schrîber und kamerêr
Renner
2666;
der des kaysers kamer phlag, / Claudius der cappelan, / der gab im stewr
daran: / zechen markh goldt
Hawich
3191;
des küneges kappelân
NibB
1542,3;
Eracl
4927;
Lanc
16,19;
SpitEich
7,1.
– die Schriftkundigkeit des ~ wird hervorgehoben:
Reinhart konde wol enphan / des richen kvniges kaplan. /
‘willekvmen, edeler schribere’, / sprach er
ReinFu
K,1524;
da was der brieff gelesen, und der cappellan gab yne dem
konig wiedder sere weynende
Lanc
494,27;
vrowe, wâ ist der kappellân? / ein brief ich in der laden hân, / den sülnt ir
heizen lesen
Virg
258,1.
–
‘Erzkaplan des Reiches’
Trier, laz uz dinen handen / des riches caplan wachsen
Frl
12:9,15.
– allg. für einen geistl. Diener (Gottes oder des Papstes):
dô huop der gotes kappelan [
ein
Bischof] / ein ruof mit lûter stimme an
Ottok
72598;
des bâbstes kappelan [
ein Legat]
ebd.
46000.
– des Teufels:
sî ieman der nû spotte mîn, / daz ich daz buoch getihtet hân, /
der sî des tievels kappelân / und müez sîn der helle kint
EnikWchr
112;
des vâlandes kappelan [
Heinrich, Abt von
Admont]
Ottok
41911;
des tiuvels kappelan
ebd.
42421.
– allegor.:
si [
die Braut] hat ein cappellan,
das ist die vorhte
Mechth
1: 46,4
MWB 3,1 147,57; Bearbeiter: Richter