Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
ichîn
Subst. Bereits im Ahd. trat vereinzelt ein
Suff.konglomerat -c(h)lîn auf, eine Konta-
mination der Suff. ahd. -ichîn und -ilîn. –
Mhd. -(e)chîn, -(e)chen, -(e)kîn, ält. nhd.
-(i)chin, -chen neben seltenerem -gen, nhd.
S37firihsilen – ihsilîg 38
-chen. Der Kurzvokal vor dem Guttural
schwindet ab Anfang des 14. Jh.s. Auch da-
nach tritt in der Regel Umlaut des Vokals der
Stammsilbe ein. Bereits in mhd. Zeit begeg-
net das Suff. nur noch in md. Texten, wäh-
rend sich zu dieser Zeit in den obd. Dial. be-
reits ahd. -ilîn (s. d.) > mhd. -(e)lîn > nhd.
-lein durchgesetzt hat. Neben der hd. Laut-
form -chîn, -chen treten in mhd. Texten auch
Bildungen auf -(e)kîn auf, ad-hoc-Entleh-
nungen aus dem Ndd., die teils zur Charakte-
risierung einzelner Personen in liter. Werken
dienen, teils das Ergebnis von Übersetzertä-
tigkeit sind. In PN finden sich Belege mit
dem unverschobenen Suff. ab Beginn des
13. Jh.s bis ins Südrheinfrk. Im Md. begeg-
net ab mhd. Zeit auch die Kompromissform
-elchen, die obd. -l- und md. -ch- vereinigt.
Solche dimin. Bildungen auf ndd. -k/g/je(n)
und hd. -chen des appellativen Wortschatzes
konnten zu ÜberN und schließlich als Fa-
milienN fest werden; vgl. nhd. FamN Hipp-
chen zu Hippe
‚Sichelmesser‘(oder Patro-
nym zu Hubert), Liebchen zu lieb (oder Pat-
ronym zu Lieb[hard] o. ä.).