Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
hoverëht stN.
2 übertr. auf die an einem Hof geltenden Sitten und Bräuche (z.T. in der Wendung: etw. tuon nâch ~ )
1 ‘Hofrecht’, für einen Hof (Grundherrschaft oder fürstl. Hof) geltendes Recht (zur Sache und genaueren rechtl. Differenzierung vgl. DRW 5,1319f. und 2HRG 2,1101f.): allez daz gvͦt daz der herre sinem dienstman lihet ze hoverehte. da sol er hoverehtes abphlegen. vnd lehenrechtes SchwSp 204a; swer in dan vor geriht kamphlîch an sprichet, / daz alte hovereht er an im brichet RvZw 182,8. – auf einzelne Rechte und Pflichten bezogen: ut de hominibus monasterio suo iure proprietatis vel censualitatis pertinentibus [...] ius mortuarium quod vulgo val et hobreht dicitur, ammodo percipiant DRW 5,1320 (Reyscher,Stat. 305; a. 1267). – das zugehörige Hofgericht: in dûht diu junger alsô guot / daz er sî nôte verstiez, / wand sî sich vil gar verliez / ze sînem hoverehte Iw 7341 2 übertr. auf die an einem Hof geltenden Sitten und Bräuche (z.T. in der Wendung: etw. tuon nâch ~ ): ritter unde knechte / nach schönnem hove rechte / gabend trost irem heren GTroj 24194; dâ nâch besehen wir zehant / ritter unde knehte, / ros und îserîn gewant / vil gar nâch hoverehte Virg 305,10; sî hôrten sînes hornes dôz: / loufen, springen wart dâ grôz / her gegen der richen porten, / dâ vor der kleine recke stuont / (nâch hoverehte daz sî tuont), / und gruozten in mit worten ebd. 224,5. 668,8. 669,3
MWB 2 1743,19; Bearbeiter: Diehl