Hotte I
f.: 1.a. (
s. Wk. III 22, die aber nur die H. des Händlers umfasst)
hot, –ǫ- Rhfrk, OMosfrk (lrhn.);
-ō-, –ă-, –ər-, –ōă- Merz, Saarbg, Trier bis Koch, Bitb, Daun, SPrüm;
-a- sw. einschl. Merz-Büding, Saarbg-Nohn Orscholz Kessl Sinz Palzem, Bitb-Gemünd Übereisenb, Prüm-Arzf Dahnen Dasbg Irrhsn Preischd Welchenhsn, Daun-Brück Müllenb, Bern-Berglicht Etschert Gielert Graach Gräfendhron Heinzerath Hilschd Hundh Hunolst Immert Merschd Monzelf Morb Morschd;
-ā(r)- Wittl-Esch Gladb Hetzerath Pohl Platten Plein Rievenich Sehlem Ürzig;
-ā- Bernk-Lückenbg Noviand Wehlen Zelting, Daun-Salm Wallenborn, Prüm-Birresborn;
hots Goar-Boppard, May-MüMaif;
-ō- Wend-Steinb;
ht Prüm-Gondenbrett; Rip in Aden, Ahrw, Schleid, Malm, Eusk-Elsig, Bo-Walberbg, Bergh-Blatzh, Dür-Stdt, Aach-Breinig u. in Eup
hǫt [Schleid-Stdt Bauderath
-ū(ə)-; Altk-Walmenr
-u-]
; Pl.
-də(n), –tə; Demin.
hętχə, –e-, -E-, –ē(ə)-, –-. α. Rückentragkorb, geflochten, dicht gezäunt aus Weiden oder Ried oder Spannholz (Stäben, Lohstangen) mit einem Rückenstück
(Sädel), das höher als der hohle Teil ist; von der
Rez (
s. Röze) dadurch unterschieden, dass diese viel grösser u. breiter ist u. höher über den Kopf des Trägers hinausragt u. nicht geflochten ist, sondern aus nebeneinandergestellten
Schienen (entrindeten Eichenstangen), mit drei
Sch. oben, unten u. in der Mitte besteht, zum Laubtragen; an der Mos (Weinbergorten) ist die
H. eng geflochten, innen ausgepicht (auch aus Blech, Brettern) u. dient zum Traubentragen; die
Rez, loser geflochten, dient hier zum Mist-, Heutragen udgl. [die
H. dient ausserdem für Hausierer, Bettler
(Bedelh.), für die Landfrauen zum Markte Allg.; zum Tragen des Schuttes aus der Arbeit in den
Dreckwon Mayf; zum Spreu-Rip (
s. o.), Misttragen
(Dungh.) Ahr, zum Tr. von Backwerk Aach-Breinig; auf Lasttieren Dür]; die
H. besteht aus dem
Bodem, dem
Bauch (Panz) dem untersten, halbrunden Teil, dem
Schild (Sädel) dem oberen flachen Teil, den
Storren (Opstäner), den hervorragenden Stäben u. den
Hängeln (Ringk) den Tragriemen (
s. d. W.);
en Molberiger (Bitb-Malbg)
H. gross und weitbauchig. RA.:
E Bauch wie en H. ein dicker B. Allg.;
e Gesit (Gesicht)
wie en hinnicht H. so breit Prüm-Feuerschd;
e krut (kriegte)
e Farf wie e nei (neue)
H. gelb u. bleich Bitb;
den schwätzt wie en al (alte)
H. Saarbg, —
en H. ohne Bodem Saarbg-Ayl;
eso gekig wie en al H. Trier-Mehring;
e Gesicht mache wie e Hättche voll Kleie Bernk-Longkamp.
Et as en oarm Kand (Kind),
an wann et en H. voll Brut hätt Bitb-NWeis.
Wan en al H. en nei (neue)
wär, dan hädde mer lauter neie Bitb-Hütting.
Wenn en al H. rose (rasend)
get, fällt (fliet) er de Bodem aus von alten Liebesnarren Prüm, Mosfrk.
De hot noch kan H. of dem Bockel gedrohn der Bequeme Bernk-Lieser.
Wer de H. anhängkt, muss se ach (auch)
drähn Saarl-Niedaltorf.
O Gott vo Bindscheid, komm nur nöt no Dröddem (Trittenh),
sons muss de de H. drohn! Trier-Stdt.
De Häscher (Bettler)
zerklopen sich; et wöll kenen de H. drohn bei kollerndem Geräusch im Magen Bitb-Dahlem.
Dau bos nach se dumm, fir beddele se gihn, dau hängs jo de H. dinnichtdewicht (zu unterstoberst) Bernk-Merschd.
Jungktum as gekig, sot (sagte)
de Frau (Eilespiegel), do fol (fiel)
(sprong) et Kand er aus der H. Prüm, Bitb, May.
We mer Pech hot, da verleiert mer et Brut aus der H. eraus, un wenn se fonkelnei es Bernk-Neumag.
En as dem Efalt vun der H. erofgefal der Dumme Bitb-Geichl; der Zerlumpte
os em Bedeler aus der H. gefall Daun-Strohn; der Taugenichts
is dem Deiwel aus der H. gefall Saarl;
e seiht aus, as wie wann en em Kärfmächer aus der H. gefal wer Bitb-NWeis.
Et as net genog, dat mer em dat Brut get (gibt);
mer moss et em och noch en de H. dohn von einem, der für eine Gefälligkeit undankbar ist;
den as noch ze faul, dat hen et Br. en de H. däht er achtet nicht auf sein Vermögen Prüm-Burb;
den hot gewunne Br. an (in)
der H. der Bettler Wittl-Binsf.
Hean hot an (eine)
an (in)
der H. ist betrunken Bitb-NWeis.
Ane kenne, wie wemmer ön ön (in)
der H. gedrohn hätt sehr genau kennen Trier.
Do soll jo en Donnerweder an (in)
en al H. schlohn! Fluch Bitb.
Mat der H. gohn betteln gehen Allg.;
mat der H. verdient se sich hir Brot Trier-Mehring;
en as friher mat der H. hausere gang lebte früher in ärmlichen Verhältnissen Allg. Auf die zum Weinen nach unten verzogene Lippe
kennt sich en Häscher (Bettler)
mat der H. setzen Trier-Schleidw. — Rätsel:
Et geht zum Dorf eraus, on de Panz guckt et Dorf erin Bernk-Talling. — β. als Masseinheit für Flüssigkeit;
1 H. = 40 l (4 Eimer voll);
4 H.ən = 1 Ohm uSaar von Merz an; früher wurden in der Eif die Kartoffeln mit
H. gemessen,
1 H. = ½ Zentner. —
Ejo, gleich ön H. voll! abschl. Antw. Trier-Stdt. — b.
ht, –:-. α. grosser Korb mit nach aussen gebogenem Rande u. zwei Griffen, in dem Kaff getragen wird u. die Runkelrüben auf die Karre geladen werden Rheinb-GrBüllesh Meckenh, Bo-Merten Walberbg, Bergh-Bergerhsn NEmbt, Dür-Frauwüllesh Kelz Wissersh. — β.Speicher Rheinb-GrBüllesh. — 2. übertr. a. sachl. α.
die Kenner en de H. drohn huckepack nach Wk. III 2 in Saarbr-Lummerschd;
de H. dr. Saarbr-Lauterb;
H. dreihn Merz-Merching;
Hotches drohn Wittl-Landscheidbg;
(en) Hätche machen Prüm-Büdesh Weinsh;
Höttche drohn Aden-Schuld Winnerath. — β.
hǫt Ofen, der in die Schiefergrube gestellt wird Koch-Laub. — γ.
Hotte en Totte das ganze Hausgerät Eup. — δ.
Hotte Anschwellungen am Euter des Viehs Bo-Widdig. — b. persönl. dummes Weib, Mädchen;
du dumm (alt) H.! Saarl, Merz;
decke H. dickes Weib Koch-Landkern; langes, unbeholfenes, dummes Mädchen,
en dof (taub),
geckig H. Rheinb-Meckenh, Bo-Merten, Bergh-NEmbt;
en al H. altes Weib Rheinb-Flamersh.