Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
herigon
[inproba] virgo [prodit amatores tacitos in fornice mundi, Prud., Apoth. 623] Gl 2,513,48 (Eins. 316. Zürich C 164, beide 11. Jh.). Im Prud.-Text ist im Umkreis der Stelle von Sternbildern die Rede. Daraus erhellt, daß sich hinter herigon der Name der Jungfrau Erigone aus der griech. Sage verbirgt. Sie erhängte sich, nachdem sie nach langer Suche das Grab ihres unschuldig erschlagenen Vaters Ikarios gefunden hatte, und wurde als Sternbild Jungfrau an den Himmel versetzt — wie übrigens auch ihr Vater als Bootes oder Arkturos. Unklar bleibt, ob es sich bei der Wortform um ein prothetisches h handelt — es gibt in der Hs. Eins. 316 ein heribo heres 513,30, allerdings „von zweiter hand“, Steinm. —, oder ob die Schreiber aus Unwissen eine Anlehnung an heri- gesucht haben.