Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Handikap n.
Handikap n.
Handikap n. ‘Benachteiligung, Nachteil’, Entlehnung (Ende 19. Jh.) von gleichbed. engl. handicap, eigentlich ein Pferderennen (handicap race), bei dem die stärksten Pferde belastet werden, dann mit Zeit- oder Streckenvorgabe für die schwächeren Pferde, was jeweils auf eine Benachteiligung der stärkeren hinausläuft. Danach allgemein ‘(Be)hinderung, Benachteiligung’. Weithin wird angenommen, engl. handicap gehe auf die Verbindung hand i’ cap (hand in cap) zurück, eine Aufforderung, in einer Art ‘Lotterie’ (so das früheste engl. Zeugnis, 17. Jh.) gesetztes Geld (oder Wertsachen) in eine Mütze zu geben, aus der anschließend eine Verteilung durch den Schiedsrichter erfolgt. Dagegen erklärt in: Sprachwiss. 16 (1991) 95 ff. engl. handicap im Sinne von ‘körperliche Behinderung’ als Wiedergabe von mlat. manucaptus ‘mit der Hand ergriffen’, und zwar im Sinne einer Gefangennahme oder als Rechtsausdruck der Eigentumserwerbung durch Handauflegen. Vgl. lat. manceps ‘Aufkäufer, Pächter, Besitzer’, eigentlich ‘Erwerber von Eigentum (Beute) durch Griff mit der Hand (im Krieg)’, lat. mancipium ‘Eigentumserwerbung, durch Auflegen der Hand (im Kriege als Beute) erworbener Sklave’. Engl. handicap wäre nach dieser Deutung zunächst die Verfügungsgewalt des Schiedsrichters über Wetteinsätze, dann über die Rennpferde und ihre vorzunehmende Belastung, schließlich die ‘(körperliche) Behinderung’. – handikapen Vb. ‘jmdm. ein Handikap, eine Benachteiligung auferlegen’, engl. to handicap; meist jedoch als Part.adj. gehandikapt ‘behindert, benachteiligt’ (20. Jh.).