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Hallōren

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Hallōren

Bd. 8, Sp. 661
Hallōren, die Arbeiter in den Salinen zu Halle a. S., die sich durch ihre eigentümliche Tracht und altertümlichen Sitten auszeichnen, galten früher für Abkömmlinge der alten wendischen Bevölkerung oder für Nachkommen von Kelten, die sich später mit fränkischen Ansiedlern vermischt hätten; indes wird der Name erst gegen Ende des 17. Jahrh. allgemein üblich, und die Tracht ist mit der nach 1700 allgemein gebräuchlichen nahe verwandt. Seit einerseits 1789 zwei große gemeinschaftliche Siedehäuser an die Stelle der zahlreichen kleinen Koten (Siedehäuser) getreten sind, anderseits aber die Bedeutung der Salinen für Halle wesentlich abgenommen hat, ist die Anzahl der früher angeblich viel zahlreichern Salinenarbeiter sehr zusammengeschmolzen. Gegenwärtig, wo seit der Aufhebung des Salzmonopols (1868) und des Vertrags der Pfännerschaft (von 1817) mit dem Staate die gesamte Salzfabrikation wieder in der Hand der Pfännerschaft liegt, der Betrieb aber ausschließlich an die Räume der königlichen Saline gebunden ist, ist nur etwa noch die Hälfte der (zurzeit bis auf etwa 800 Köpfe zusammengeschmolzenen) H. bei der Saline tätig; die übrigen H. haben sich andern bürgerlichen Beschäftigungen, namentlich der Bestattung der Leichen, zugewendet. Von den Privilegien der H. haben sich erhalten: der Genuß gewisser Lieferungen vom Amt Giebichenstein an ihre Knappschaft und die Bevorzugung, den Landesherrn nicht nur durch Neujahrsgratulation und Geschenke begrüßen, sondern auch durch besondere Abgeordnete an der Huldigung teilnehmen zu dürfen, wogegen sie eine neue Fahne und ein Pferd aus dem königlichen Marstall erhalten. Vgl. Keferstein, Über die H. (Halle 1843); Schwetschke, Zur Gewerbegeschichte der Stadt Halle, Teil 1 (das. 1883); Büttner, Sagen und Märchen der H. (Leipz. 1888); »Die H. in ihrer alten Tracht« (mit Text von Kirchhoff, Halle 1890).
1863 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Halloren

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Halloren , die Arbeiter in den Salzwerken zu Halle an der Saale, ein kräftiger, durch Kleidung u. Gebräuche von den ande…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit halloren

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von halloren 2 Komponenten

hall+oren

halloren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

halloren‑ als Erstglied (1 von 1)

Hallōrengläser

Meyers

Hallōrengläser , hellgrüne, zylindrische Gläser des 18. Jahrh., welche die Halloren (s. d.) dem Salzgrafen, dem Haupt ihrer Verwaltung, beim…

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Cotta, M. (2026). „halloren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/halloren/meyers
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Cotta, Marcel. „halloren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/halloren/meyers. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „halloren". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/halloren/meyers.
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