Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
grob
grob
- ›groß, schwer, die Erscheinungsform einer Substanz als überdurchschnittlich hinsichtlich ihres Ausmaßes oder ihres Gewichtes kennzeichnend (tendenziell wegen der Größe als minderwertig konnotiert; dam
- ›uneben, rauh, ungeschliffen, ungeglättet; scharf, spitz; hart‹; mehrfach tropisch: ›mehr oder weniger naturbelassen, im Rohzustand befindlich, nicht weiter bearbeitet und verfeinert (von unterschiedl
- ›materiell, stofflich, körperhaft, anfaßbar, exophorisch nachweisbar; von der Konsistenz her fest, greifbar (von der Erde gesagt im Unterschied zu den anderen Elementen)‹; als Ütr. am ehesten hier ans
- ›von steifem, unbiegsamem, unflexiblem Material; zähflüssig, dickflüssig (z. B. von Blut, Milch)‹; am ehesten hier anschließbar: ›dicht (vom Dunst)‹.
- ›schwer, anstrengend (von Arbeit und körperlicher Tätigkeit)‹.
- ausgehend von dem Begriff des Ungeschliffenen, Ungehobelten, Rauhen in einem sozial abwertenden Sinne bezogen auf mangelnde kognitive und manuelle Kompetenz des Menschen: ›dumm, plump, tölpelhaft, ung
- ›groß (im Unterschied zu 1 bezogen auf abstrakte Bezugsgegenstände, auf religiöse, psychische Handlungen und Zustände), über das übliche oder akzeptable Maß hinausgehend, übermäßig, in hohem Maß; sehr
- ›heftig; brutal, grausam‹.
- ›ungefähr, ungenau‹.