grasung,
f. ,
abstraktbildung zu grasen,
vb. (
s. d.).
älter im nd., seltener im hd. auch gräsung, gresung;
mnd. daneben gresing. 11)
der grasbestand, besonders der einer wiese oder weide: und is ock folg. sommers bösen gresungs halven dath qwick verstorven (1532)
bei Schiller-Lübben
mnd. wb. 2, 140
b; an der andern seiten aber uber der Oder mit einer schonen awen unnd wiesen wax bekleidet, da der grasung und holtzung kein gebrech mit ist
M. Quad
teütscher nation herligkeit (1609) 236; die kühe werden ... auf die heyden und aufs freye feld, da grAesung ist, getrieben
viehbüchlein (1667) 24; nun hat der anfangende herbst fast überall nothdürfftige, an etlichen ohrten überflüszige gräsung Grüwel
bienenkunst (1719) 73; die erd aus nothzwang, wolle sie, und wolle nicht, gebieret grasung, fett zu weiden mir das vieh J. H. Voss
antisymb. (1824) 2, 460; (
ein) tal, von mäszigen höhen eingefaszt, deren seitenwände nur mit niederm tannengebüsch und magerer grasung überkleidet waren (1847) Roon
denkw. (1892) 1, 462. 22)
wiese oder weideplatz, vorzugsweise im nd.; vgl. ager graminosus gräsung, weidefelt B. Faber
thes. (1587) 364
b; graserey
et grAeserei,
it. grasung
graminatum, pascua verbosa, prata viridantia Stieler
stammb. (1691) 695: ok schal de halue grasynghe, alze rur, gras, duwenwocke vnde holt ere brukelke eghedum blyuen (1404)
bei Schiller-Lübben
mnd. wb. 2, 140
b; mit wischenn, mit acker, mit gresinge, mit weidenn (1406)
ebda; acker, wisen, weiden, grAesungen und holtzungen Henricpetri
generalhist. (1577) 359; daneben hat er daselbst ... insonderheit viel und krAefftige grasung oder wiesen Danckwerth
Schlesw. u. Holstein (1652) 73
a; ein pferd, welches auf der grasung oder grasweide gehalten wird Krünitz
öcon. encycl. 19 (1780) 779; weshalb man das land nur zu grasungen nutzt, deren herrlich grünes ansehen in einem lande zwischen den wendezirkeln (
der insel St. Helena) zu bewundern ist J. G. Forster
s. schr. (1843) 2, 429.
vgl. dt. rechtswb. 4, 1077. 33)
grünfutter: wenn reuter und dragoner beurlaubet, und in ihren eigenen geschäften aus denen quartieren abwesend, kan weder vor servies, noch rauch-futter und grasung vor sie etwas gefordert werden (1713) Frauenholz
entw. gesch. d. dt. heerwesens 4, 206; gestern sind einige verwalter mit vielen wagen und pferden aus der stad gelaszen worden, umb das futter und die grasung vor selbige in der stad und auf der insul zu menagiren (1715)
Berliner geschrieb. zeitungen 36
Friedl.; (
sie haben) häusung und gräsung für eine kuh (1782) Stolberg
an Vosz 77; der klepper fand grasung Laube
reisenov. 6 (1837) 80. 44)
in mehr verbaler auffassung. 4@aa)
grasnutzung, das weiden des viehs: ei, ich begreife! die erste grasung gibt die beste milch Grillparzer
s. w. 6, 198
Sauer. in junger umschreibung eines berichts von 1514: dasz ihnen die grasung allein zustände
d. dt. bauernkrieg, aktenbd. 110
Franz. so besonders von der versorgung und dem weidegang der truppenpferde; vgl. Alten hdb. f. heer u. fl. (1909) 4, 351:
pabulatio gräsung B. Faber
thes. (1587) 578
b; grasung Steinbach
dt. wb. (1734) 1, 635; grasung oder grünfütterung der reiterey
allg. dt. bibl. (1765) 105, 2, 12. 4@bb)
von a
her, auf grasung sein, stehen
usw., in der militärischen terminologie von kavallerieeinheiten, die in ein ruhequartier gelegt und deren pferde längere zeit zur erholung auf der weide gehalten werden: es war der junge reitersknecht, er liegt auf grasung im hof Erlach
volkslieder d. Deutschen (1834) 1, 312; die müllerin, welche hübsch und jung war, hatte bekanntschaft mit einem husaren-rittmeister, welcher hier auf grasung stand Klenke
in: A. L. Karschin
ged. (1792) 30; vom garten ab fuhren wir nach Holstein, um die pferde der cavallerie zu sehn, welche den sommer über daselbst auf grasung gewesen waren (1808)
mon. Germ. päd. 40, 56; um ein liebesverhältnisz mit einem schönen jungen rittmeister, der in der nachbarschaft der mühle auf grasung lag, zu verheimlichen Chézy
unvergessenes (1858) 1, 18.
im vergleich, auf c
hinweisend: ich gehe in einigen stunden nach Wiesbaden ab wohin man mich wie kranke pferde auf grasung schickt kaiser Wilhelm I. (1882)
bei Paula v. Bülow
aus verklungenen zeiten (1925) 164. 4@cc)
die wendung unter b
kann auf erholungsreisen, besonders einen landaufenthalt von personen übertragen werden: es ist die zeit der villegiatura, und jedermann ist auf grasung (1839) Hensel
familie Mendelssohn 2 (1879) 105; (
die mädchen) sind auf grasung gewesen, sehen sie man. das ganze Prudent'sche mädelvolk Holtei
erz. schr. (1861) 7, 165; Mira, ... die öfter von Berlin nach Langendamm kam — auf grasung, wie sie selbst es zu nennen pflegte — um ihrer kasse ... in der ländlichen stille etwas erholung zu gönnen, und um selbst für die neue winterkampagne kräfte zu sammeln Polenz
Grabenhäger (1898) 1, 68.
anders im hinblick auf lebensgewohnheiten; auch von 2
her beeinfluszt: jeder geht auf seine grasung. wenn jener sauren klee liebt, so wäre ich ja ein thor, ihn fortzureiszen, dasz er auf mein süszes kleefeld kommt. er (
gott) gab uns verschiedenen geschmack Alexis
ruhe (1852) 5, 175.