grassach,
n. ,
obd. kollektivbildung zu grasz,
n. (
s. d.),
mit suffix ahd. -ahi (
vgl. Henzen
dt. wortbildung 140
f.),
auch mit abschwächung des suffixvokals grassech, grassich
sowie mit euphon. -t grassecht.
auch mit umlaut: grässach
bei Schatz
wb. d. Tiroler maa. 1, 250, gressech
bei Schmeller-Fr. 1, 1008.
schwund des gutturals im suffix mehrfach nach antritt eines euphon. -t: grassat
bei Fischer
schwäb. 3, 800, grassad Castelli
Wien 149, grasset Höfer
etym. wb. 316
wohl in analogie zu adjektiven auf -acht, -echt, -icht (
vgl. Henzen
dt. wortbildung 202).
nur vereinzelt auch das grassa J. Blau
Böhmerw. hausindustrie 1, 217.
ferner eine umgelautete seitenbildung grezenach (14.
jh.)
ahd. gl. 3, 327, 45
St.-S., die vielleicht von grassen,
swm. (
s. d., ebda auch gretze[n])
herzuleiten ist. —
das wort begegnet seit dem 13.
jh. obd., vornehmlich bair.-österr.; modern mundartl. wird es nur noch für das bair.-österr. bezeugt; vgl. Schmeller-Fr. 1, 1008; Schöpf
Tirol 207; Schatz 1, 250; Castelli
Wien 149; Unger-Khull
steir. 303
b; Lexer
Kärnten 121
f., wo die glossierung '
das gras, wie es auf einzelnen stellen der felsen wächst und dort mit lebensgefahr abgeschnitten wird'
kaum zutreffend sein dürfte. 11) '
gezweig, grüne sprosse von nadelbäumen',
vielfach als streu oder viehfutter verwendet: bi einer wîle sul wir beide gên und brechn grazzach unde varm: anders fuoters bin ich arm Wolfram v. Eschenbach
Parzival 458, 17; das grassat von den weyssen thannen esten (
Württemberg 1571)
bei Fischer
schwäb. 3, 800; ain jedlicher hatt recht zu holzen prenholz, zaunholz, grassecht schneiten (1573)
österr. weist. 6, 152, 30; won ainer ain paumb stimblt zu grassach, sol er zustimbln, das er fruchtbar bleibt (1623)
ebda 1, 117, 1; niemand soll sich unterstechen küe, ochsen, schwein ... in der herrschaft ... wälder oder gründ zu treiben ... weder gras abschneiden, strää rechen, gräszich abzuhacken von den jungen püercken (1730)
ebda 10, 206, 34; das grassa (die zweige des nadelholzes) dient kurzgeschnaitet als einstreu J. Blau
Böhmerw. hausindustrie (1917) 1, 217. 22) '
dürres reisig'
: sarmentum grezenach (14.
jh.)
ahd. gl. 3, 327, 15
St.-S.; kainer im gericht soll die gewöhnlichen steeg, weeg und strassen ... nit mit grassach eben machen (16.
jh.)
österr. weist. 6, 240, 9. 33)
vereinzelt als ortsbenennung (
flurname?),
soviel wie '
platz, wo grassach
aufgestreut ist'
?: welche grichtsleit ... umbgefalnes vich haben, die solten sich deshalben bei dem (salvo honore) veldmezger (
abdecker) auf dem grassach nagst bei dem schlosz Titmoning anmelden (17.
jh.)
österr. weist. 1, 91, 11.