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gräserei

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gräserei f.

Bd. 8, Sp. 1960
gräserei, f. , seltener graserei. mit dem zur bildung von denominativen abstrakten und kollektiven dienenden suffix -ei (vgl. Henzen dt. wortbildung § 118) abgeleitet von graser, gräser, m. (s. d.) zur bezeichnung des ortes, an dem der graser seine tätigkeit ausübt; im hinblick auf die grasnutzung (s. 2) auch auf gras, n. oder grasen, vb. (s. d.) bezogen. 11) der grasbestand auf einem platz oder einer meist kleinen fläche, der in der regel nur geschnitten, nicht gemäht werden kann; vgl. graserey, grAeserey graminetum, pascua herbosa, prata viridantia Stieler stammb. (1691) 695; graserei ager graminosus, herbosus; pratum Aler dict. (1727) 1, 977b; gräserey Steinbach dt. wb. (1734) 1, 635. noch mundartlich graseree 'kleine fläche mit graswuchs' Böning Oldenburg (1941) 40: und ob gleich dergestalt (bei einer gemischten aussaat) der haber ausen bleibt und zue keinem nutz kommet, bringts doch die gräserey wieder, und kan wohl 3, 4 mal fur winters abgegraset werden (16. jh.) haushaltung in vorwerken 58 Ermisch-Wuttke (oder zu 2?); und säeten mir 2 viertel lein, 7 tätze-beete gaben sie mir ein, ein fleckle gräserei vor 5 thlr. Schweinichen denkw. (1878) 366; etliche wiesen vnd grAesereien wurden von der obrigkeit vmb einen gewissen zins ... vergnstiget Rätel Curäi chron. (1607) 305; auff dasz auch die kirchhöfe allenthalben, und sonderlich auf den dörffern, da sich pfarrer oder glöckner, dero darauf wachsende graserey gemeiniglich brauchen, ehrlich und rein ... gehalten corpus nov. Saxon. (1660) 1, 90; in die wälder, wo gräserey ist Fleming d. vollk. teutsche jäger (1719) 381; die gnädigste vergünstigung, dasz er das haus, wie es der cammerdiener Venus vormals bewohnet, gleichfalls bewohnen und also auch die gräserey und das obst benutzen könne Göthe IV 30, 166 W. allgemeiner von grünanlagen und grasflächen: ach, wie erbärmlich war die aussicht auf dem walle, o Breszlau, der dich schmückt, und durch der bäume zier mit bunter gräserey das lustigste revier zur sommerszeit gewährt G. E. Scheibel d. witterungen (1752) 11; wer den steppenbrand in Ruszland kennt, wird sich von der furchtbaren geschwindigkeit, womit das feuer sich durch jene dürren gräsereien fortpflanzt, einen begriff machen können J. G. Forster s. schr. (1843) 4, 191. spezieller von den arten der futtergräser: wir räumen dieses (dasz der verfasser einer rezensierten schrift den klee der luzerne vorzieht) in absicht aller übrigen gräsereyen ein, nur die luzerne behält bey uns den vorzug vor allen allg. dt. bibl. (1765) 5, 1, 129. das futtergras schlechthin: deutsche reiterey, welche selbige gegend ausgespret, und von dar grAeserey geholet hatten Lohenstein Arminius (1689) 2, 349a. 22) die grasnutzung und -ernte von plätzen und kleinen flächen, vgl. grieserei 'grasnutzung im jungen walde' bei Müller-Fraureuth obersächs. 1, 436a: de gherserie van den ouden dycke (1373) K. Stallaert gloss. 1, 494b; den meyden, welchen die gräserey angewisen, soll sie (die 'käsemutter') nachsehen, das sie diselbe ordentlich brauchen und das gras nicht mit der sensen hauen (16. jh.) haushaltung in vorwerken 18 Ermisch-Wuttke; es wird ihm hingegen neben der sommerhut und strohftterung ein gewisser wiswachs zur graserey ... eingeraumt Hohberg georg. cur. (1682) 2, 251; zum 4. hat ein forst-bedienter die abgetriebenen schläge nach vorschrift der wald-ordnung, vor trifft und gräsereyen aufs allersorgfältigste zu verwahren Göchhausen notabilia venatoris (1741) 314; zur schonung der jungen gehaue ist in verschiedenen forstordnungen, die gräserey, oder das gras in den waldungen zu schneiden, gänzlich verbothen Krünitz öcon. encycl. (1773) 19, 728; daher diente (das gemeindeland) ... den berechtigten hauptsächlich zur weide und holzung, zur gräserei, zur mast hdwb. d. staatswiss. (1898) 4, 146b. —
3841 Zeichen · 69 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GräsereiDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Gräserei , d. Mz . ungew. 1) Das Grasen, d. h. das Abschneiden des Grases mit der Sichel. Die Gräserei erlauben, ver…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gräserei

    Goethe-Wörterbuch

    Gräserei -ey Grasbestand eines Anwesens gnädigste Vergünstigung, daß er [ Sachse ] das Haus .. bewohnen, und also auch d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graeserei

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von graeserei 3 Analysen

graeser + -ei

graeserei leitet sich vom Lemma graeser ab mit Suffix -ei.

Alternativen: gras+-erei gras+-er+-ei

Zerlegung von graeserei 2 Komponenten

graese+rei

graeserei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

graeserei‑ als Erstglied (4 von 4)

gräsereifütterung

DWB

graeserei·fuetterung

gräsereifütterung , f. , zu gräserei 1: ingleichnus ( soll man dem schäfer geben ) frei feuerholz, etzliche krautbethe und kretzgärtlein, dr…

gräsereinutzung

DWB

graeserei·nutzung

gräsereinutzung , f. , zu gräserei 1: so haben die fürstl. forstbediente genau aufsicht zu halten, damit von den eigenthümern der privathölz…

gräsereirecht

DWB

graeserei·recht

gräsereirecht , n. , berechtigung zur grasnutzung; zu gräserei 1 oder 2: von 1873 bis 1880 wurden ( in Württemberg ) für die ablösung von ..…