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grabgesang

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grabgesang m.

Bd. 8, Sp. 1609
grabgesang, m. , vereinzelt grabegesang Herder 27, 161 S.; gräbergesang ders. 5, 278; grabesgesang Alexis ruhe (1852) 1, 72. seit dem 17. jh. belegbar, durchweg wie grablied (s. d.). 11) im leichenzug oder am grabe beim begräbnis angestimmter gesang, so vielleicht schon im frühesten nachweis: grabgesang, todtenlied un chant funebre Hulsius-Ravellus teutsch-frz.-it. (1616) 144a; cantio funebris Steinbach dt. wb. (1734) 2, 777: sterbeglocken hallen, und die grabgesänge heben an Hölty ged. (1869) 60 Halm; nachdem die gemeinde den gewohnten gottesdienst beendigt und mit einem choral beschlossen, scharte man sich drauszen um das grab, wo die ganze jugend, auszergewöhnlicherweise, einen sorgfältig eingeübten grabgesang mit gemäszigter stimme sang G. Keller ges. w. (1889) 2, 83; vgl. 9, 107. 22) im bereich eigentlichen gebrauchs, aber über 1 hinaus, weicht das wort gelegentlich in andere, nicht immer scharf zu trennende sonderbedeutungen aus, die aus der bindung an die situation des begräbnisses mehr oder minder gelöst sind. deutlicher treten diese gebrauchsweisen bei grablied (s. d.) hervor. 2@aa) besonders 'totenlied' als 'lied auf einen verstorbenen', sowohl im sinne des klagegesangs wie des preisliedes: ein edel hertz, recht muth und sinn, war durch die gabe Christi drinn, wie unser grabegesang klinget Herberger trawerbinden (1617) 4, 264; nim an (gott) disz sterbelied, nim an den grabgesang (auf Christi leiden und tod) Fleming dt. ged. 1, 27 lit. ver.; grabgesang, todtenlied chant de gloire, gloriosus, illustris, magnificus Widerhold (1669) 179b; Seckendorfs grabgesang der Darthula (d. i. auf Darthula; aus Ossian) Herder 18, 459 S.; derselbe freund ... hörte auch einen trauer- oder grabgesang über das absterben des Tupaya J. G. Forster s. schr. (1843) 2, 366. 2@bb) 'gesang eines sterbenden': gleich jenen wonnereichen grabgesängen, womit der süsze tod erklingt in schwänen? E. M. Arndt w. 4, 37 R.-M. deutlicher unter der voraussetzung von 1: sin (des nachtwächters) festleed bevt de strat hentlank, as sung he sülm sin graffgesank Klaus Groth quickborn (1854) 21. 2@cc) 'düsteres lied, trauergesang': Orpheus erlöst an Ades thoren die schattenwelt — minutenlang. du aber singst in sünderohren der reue finstern grabgesang Freiligrath ges. dicht. (1870) 4, 150. 33) im anschlusz an 1 in bildlichem und uneigentlichem gebrauch. meist von einer uneigentlichen bedeutung des grundwortes aus, wobei die nähe zu 1 besonders fühlbar bleibt: von dem dome schwer und bang tönt die glocke grabgesang Schiller 11, 313 G.; es war ein krachen in nah und ferne, als entwurzle der sturm tausend stämme, und das war der grabgesang des waldes um den todten baum Rosegger schr. (1895) II 10, 371. so auch im vergleich: wie dumpfes glockenläuten, wie grabgesang tönten ihm noch immer die letzten worte Oldenburgs Spielhagen s. w. (1877) 1, 250. mit bildlicher oder uneigentlicher bedeutung des bestimmungswortes. zu grab B: o komm Immanuel! in meine kerkerhöhl; ... mein weihnachtslied ist grabgesang (im kerker gedichtet) Schubart s. ged. (1825) 1, 90. zu grab C in dessen allgemeiner bedeutung 'tod, ende, untergang': wälder und winde sangen grabgesang und prophezeihten allem, was da lebt, den unausbleiblichen tod Tieck schr. (1828) 6, 228; es (Kellers dichtung 'der apotheker von Chamounix') ist eine art grabgesang für die Heinesche willkür und polissonnerie (1860) G. Keller br. u. tageb. 2, 504 Ermat.
3470 Zeichen · 68 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GrabgesangDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ○ Der Grabgesang , des — es, Mz. die — gesänge , ein Gesang am Grabe, ein Todtengesang, Sterbelied. — — Sterbeglocken ha…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grabgesang

    Goethe-Wörterbuch

    Grabgesang einen Leichenzug begleitender Gesang 11,120,11 Clav V [Grabegesang Var(Erstdr) ] Dorothea Kühme D.K.

  3. modern
    Dialekt
    Grabgesangm.

    Pfälzisches Wb.

    Grab-gesang m. : wie schd., -g(e)sang [mancherorts]; vgl. Trauergesang , Grablied . Südhess. II 1434 . —

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grab+gesang

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Cotta, M. (2026). „grabgesang". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grabgesang/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „grabgesang". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grabgesang/dwb. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grabgesang". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grabgesang/dwb.
BibTeX
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