gottesschwörer, gottschwörer,
m., vom 14.
bis ins 16.
jh. für den, der unter anrufung gottes, Christi oder göttlicher dinge flucht und damit gotteslästerung begeht, vgl. dazu s. v. gott I J 5
und s. v. schwören 1 '
fluchen',
teil 9,
sp. 2735: ein rehter gotswerer mit niuwen swüren (1349)
bei Fischer
schwäb. 3, 771; ain gozschwerer sol man niht laiden ... man sol die zungen im auszreiszen, so werden sie die schwür verpeiszen (14.
jh.)
rennaus 303
Schönbach in: archiv f. d. gesch. dt. sprache 1, 26
Wagner; ob dieselbigen schendlichen gottesschwürer ... sich vermessen ... das wirdige blut, die tewersten glieder vnd ander eigenschafften vnsers herrn Jhesu Christi so vnnützlich zu nennen Machholth
formular (1560) 42
b; es soll auch keiner ... bey gottes leichnam, marter, blut, noch seinem heiligen leiden, nicht schweren ... wo ers zum sechsten mal thut, so soll ihn der hauptmann als ein gottsschwerer aus der gesellschaft urlauben (
aus einer schrift v. j. 1517
zitiert) Valvasor
hertzogth. Crain (1689) 3, 25.
gern in der reihung mit anderen spezifisch bestimmten untätern: die gotschwerer totten, die zutrinker erwurgen, die wucherer verbrennen, die ebrecher kurzen (15.
jh.)
ein oberrhein. revolutionär 201
Haupt; auch falsche lehrer und verfürer, ... spieler, gottschwerer, vol weinzecher Hans Sachs 15, 504
lit. ver. so noch historisch referierend: vermöge der gesetze der thurniere sollten sie zugleich eine sittenschule seyn, in dem man ... gottsschwörer, ehebrecher, lügner ... nicht zum thurnier liesz
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 4, 428.
wieweit gottesschwörer,
als '
flucher'
eine bestimmte spielart des gotteslästerers bezeichnend (
s. unt. den Pauli
-beleg),
auch den gotteslästerer (
s. d. 1)
im weiteren und allgemeinen sinne meinen kann, ist aus der häufigen zusammenstellung gottesschwörer und (oder) gotteslästerer
schwer abzunehmen, doch scheinen im allgemeinen die bedeutungen getrennt zu bleiben, vgl. z. b.: wie gotsschwerer oder gotslesterer gestrafft werden sollen. item so einer got zumist, das got nit bequem ist, oder mit seinen wortten got, das jm zustet, abschneydet, der almechtigkeyt gottes widerspricht oder sunst eytel oder lesterwort vnd schwür bey got, seiner heyligsten marter, wunden oder glidern, der junckfrawen Marie vnd seinen heyligen thut
die bamberg. halsgerichtsordn. 51
Kohler-Scheel. gottesschwörer
ausdrücklich als '
gotteslästerer': (
Christus) hat für vnsz gelitten vnd gestorben des schantlichen dotz, vnd das verweissen im die menschen die gotzlesterer vnd gotsschwerer, das geschieht so du im sein hirn, lung, leber, krösz, wunden, onmacht vnzimlich wider seinen willen nennest Pauli
schimpf u. ernst 33
lit. ver. —