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gottähnlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gottähnlich adj.

Bd. 8, Sp. 1144
gottähnlich, adj. , gott, einem gott oder, religiös unbestimmter, dem göttlichen in jedem oder irgendeinem wesenszug ähnlich. seit dem späten 17. jh. belegbar. 11) in beziehung auf den menschen. 1@aa) im nichtchristlichen, vorab im heidnisch-antiken bereich 'einem gott an machtfülle, sinnesart, gestalt ähnlich', vgl. die griechischen bildungen θεοειδής, ἰσόθεος, θεῖος u. a.: Alexander, der göttergleiche, gottähnliche, ... weltbekannte, wolgefürchte ... weltbeherrscher Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 69; sehr häufig (nennt Homer) den sohn des Peleus gottähnlich (θεοειδής) Wieland Lucian (1788) 3, 337. in allgemeiner vorstellung: wenn unsere wächter sollen gottesfürchtig und gottähnlich (θεῖοι) werden Schleiermacher Platons w. (1804) 6, 165. 1@bb) in christlich bestimmtem bereich. vor allem als stark auszeichnende bestimmung für die spezifische würde des menschen im gegensatz zur nichtmenschlichen kreatur; im anschlusz an 1. Mose 1, 27, und daher wohl auch 'gott in äuszerer erscheinung ähnlich', besonders jedoch auf das innere wesen zielend: schon sprizt der drache gift in mein herz und beflekt das menschenbild, das sonst so grosz, so holdseelig, so gottähnlich in meiner seele stand Schubart br. in: D. Fr. Strausz ges. schr. (1876) 9, 161; Hebbel w. 11, 19 Werner. mit negativem akzent unter voraussetzung einer religiös unbestimmteren bedeutung des wortes: wieder mensch zu sein statt gottähnlicher zaubernder übermensch oder untermenschlicher sklave Benz geist u. reich (1933) 113. auf bestimmte menschen oder menschengruppen angewandt 'gott in einem bestimmten wesenszug ähnlich': ein durchgreifender advokat in einer gerechten sache, ein durchdringender mathematiker vor dem sternenhimmel, erscheinen beide gleich gottähnlich Göthe II 11, 138 W. in ironischer verwendung an die allmacht und unfehlbarkeit gottes anknüpfend: 'der unfehlbare generalstab', rief Winfried sofort, 'gottähnlich und gott selbst' A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 463. 1@cc) von a wie von b her oft in einer art grammatischer verkürzung als attribut neben dem verglichenen wesenszug selbst, z. b. gottähnliches gemüt für dem gemüt gottes ähnliches gemüt: demnach wir ... auff e. may. löbliche güte, oder vilmehr auff dero gott-ähnliches gemüthe, vnsere einige hoffnung setzen F. A. v. Brandis ehrenkräntzel (1678) 187; seinen Achilles kleidet er (Homer) in gottähnliche grösze Herder 17, 179 S.; verherrliche ihren (der vorsehung) erhabenen und vortrefflichen gang durch lauter gottähnliche handlungen Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 640; Prometheus, der das geschlecht ... zu gottähnlicher vollkommenheit erheben wollte Schelling w. (1856) I 1, 81. 22) in beziehung auf auszermenschliches, auf kosmische gröszen, sittliche werte u. ä.: (bei den Persern) wo die himmlischen gestirne, das feuer, die elemente, als gottähnliche wesen in freier welt verehrt wurden Göthe I 7, 27 W.; das wahre ist gottähnlich; es erscheint nicht unmittelbar, wir müssen es aus seinen manifestationen errathen ebda 42, 2, 184. 33) als substantiviertes neutrum, wohl durch den stark entwickelten gebrauch göttlich D 3 bestimmt: das göttliche und gottähnliche war den Griechen nur die reinere menschheit Herder 22, 299 S.; nie bis zu unserer stunde hat sich die menschheit als gesamtheit teuflischer gebärdet und nie so gottähnliches geleistet Stefan Zweig welt v. gestern (1947) 13.
3397 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gottähnlichadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Gottähnlich , — er, — ste , adj . u. adv . einem Gotte ähnlich, oder dem höchsten Wesen in einer sittlichen Eigenschaft …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gottähnlich

    Goethe-Wörterbuch

    gottähnlich a in relig bzw mythol Zshg, nur idVbdg ‘g-e Wesen’ od ‘das G-e’ (stets neben ‘Götter’ bzw ‘das Göttliche’): …

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gottaehnlich‑ als Erstglied (1 von 1)

gottähnlichkeit

DWB

gottaehnlich·keit

gottähnlichkeit , f. , vereinzelt gottesähnlichkeit allg. dt. bibl. (1765) 61, 357; ( im vers ) Herder 29, 705 S. als substantivbildung zum …

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APA
Cotta, M. (2026). „gottaehnlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gottaehnlich/dwb?formid=G23431
MLA
Cotta, Marcel. „gottaehnlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gottaehnlich/dwb?formid=G23431. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gottaehnlich". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gottaehnlich/dwb?formid=G23431.
BibTeX
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