Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gotheit stF.
2 im Übergang zur personalen Bezeichnung ‘Gottheit’
1 zur Bezeichnung der substanziellen Eigenschaft Gottes ‘Göttlichkeit, göttliche Natur’ ich wil den got zegote han, / des gotheit nimmer mac zergan StrKD 161,466; er machete oͮch an disem tage daz wazzer ze wine vnde zaigete da mite die kraft siner gothait Spec 33,14; div chraft siner goteheit ebd. 155,18; PrOberalt 165,6; Überschall Gl 20; BdN 482,13; Lucid 4,3. – oft menschheit gegenübergestellt: duo diu gotheit an sih nam die menniskheit Gen 2788; nu habin wir iu gesagit, wie erschinnin ist div gotheit unde div mennischeit unsers heilantis Spec 13,14; PrOberalt 125,39; Herb 1701. – als etwas Leuchtendes oder Fließendes: diu gotheit kan lûter sîn, / si glestet durch der vinster want Parz 466,20; Eckh (Pf) 494,38; dis buͦch heisset ein vliessendes lieht der gotheit Mechth 1: Prol. 7; ich schwime in der gotheit als ein adeler in dem lufft Stagel 10,4; Seuse 185,29. – von menschlicher Teilhabe am göttlichen Heil: er [Christus] nam von uns di doticheit / undi gab uns di gotheit SuTheol 124 2 im Übergang zur personalen Bezeichnung ‘Gottheit’ wariu, heriu gotheit, / dizze opfer, daz wir dir hie tuon, / daz ist din ainborn sun BenGeb 4; diu ziere aller schônheit, / diu gesihte der liehten gotheit: / diu was ir aller wunne [im Himmel] Tund 2012; daz ist daz uierde rat des heren stoͮles, da div gotheit ûffe sizzet unde elliv dinc rihtet Spec 106,12; den himel unt den ertrinc / machit diu goteheit wise / ze eim eweclichin paradise LAntichr 1179; GenM 126,4; Aneg 807. – Lit.: Th. Kochs, Zum Wort Gottheit, insbesondere zu ahd. und frühmhd. got(e)heit, PBB 82 (Sonderband, 1961), S. 199-215.
MWB 2 871,12; Bearbeiter: Helmichg