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glupisch

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glupisch adj.

Bd. 8, Sp. 478
glupisch, adj. , niederdeutsch, sich in der verbreitung im wesentlichen mit glupen (s. d.) deckend, auch im ungarischen bergland bekannt, s. Schröer 55b, jedoch in der abweichenden bedeutung 'albern'. neben glup(i)sch begegnet vereinzelt glüp(i)sch: glüpisch Frisch wb. 1 (1741) 358b, glîpsch Damköhler Nordharzer wb. 62, jlîpsch Liesenberg Stiege 146, glîpsk (neben glüpsk) Siebs Helgoland 226, dazu vgl. die redensart: Lübisch recht glüpisch recht ius Lubecense, ius captiosum Pistorius thes. paroem. (1715) 77, noch heute bekannt: Lübsch recht, glüpsch recht, Lübsch geld, hübsch geld Mensing schlesw.-holst. wb. 2, 405. zu glupsch gehört auszerdeutsch nl. gluipsch (neben häufigerem gluiperig und dem part. adj. glupend), n. glubsk, schwed. glupsk. eine ältere form des adj., vielleicht die grundform zu glup(i)sch, begegnet im altfries.: of een man hadde een gluyp betene (beiszenden) hunt Richthofen fries. rechtsquellen 266 § 1; vgl. auch Lasch-Borchling mnd. hwb. 1, 124. 11) 'scheelsehend, tückisch, hinterlistig, falsch'. in dieser bedeutung seit dem 16. jh. bezeugt, wie das verbum anfänglich nur im niederdeutschen: den muthwilligen und glupeschen (totschläger) bei Dreyer monumenta anecdota (1760) 1, 377 (aus d. 16. jh.); van den glupschen bouen (buben) nd. jahrb. 31, 54 (aus Reval, um 1550); hemelik und glubesch (vom dolchstosz) hamburg. chron. 86 Lappenberg (16. jh.); seit dem 18. jh. begegnet glupsch in der schriftsprache: ob ein mann, der das herz hat, einem jedem, sobald er mus, zu sagen, was er denkt, die niedrige muthlosigkeit, die wälsche bosheit haben kan, (ich bediene mich eines provinzialausdrucks) gluhpsch zu kommen J. Th. Hermes Sophiens reise 4 (1778) 238; aber sie solten es doch lieber harsch und barsch heraussagen als so glubsch zu schweigen Fr. L. Stolberg br. an J. H. Voss (1785) 125; (wir) seien dennoch nicht zu beschuldigen, es hinterrücks (gluhpsch) gethan zu haben J. Th. Hermes verheimlichung u. eil (1802) 1, 289; er ist ein recht tückischer, glupscher kerl Gutzkow ritter v. geiste (1850) 4, 128; er ist glupsch wie ein dänisches kutschpferd B. Goltz exacte menschenkenntnis 2 (1859) 55. als 'finster-drohend': der teufel selbst könne unmöglich so glupsch aussehen (wie der losbrechende stier) J. G. Müller Siegfried von Lindenberg 2 (1781) 211; an der schwelle standen aber noch zwei schnurrbärtige gensd'armen mit säbel, tasche und gewehr und recht glupsch in die stirn gedrückten dreieckigen hüten Gaudy s. w. 2 (1844) 137; vgl. ebda 16, 65; als 'grob, unfreundlich', s. Frischbier preusz. wb. 1, 239; Betcke Königsberger ma. 30: 'das wees ich ja nich, von was sie leben'. 'i, sein se man blosz nich so glupsch, mutter Wolffen' Gerh. Hauptmann d. biberpelz (1893) 25; nanu! sie sind ja alle mit einmal jejen mir so glupsch ..., sonst jeben die härren mir immer ein kiszchen H. Sudermann sturmgeselle Sokrates (1903) 66; ihr solltet froh sein, dasz ich zurecht gekommen bin, euch an einer groszen torheit zu hindern, und ihr solltet jetzt lieber nicht glupsche augen machen und nicht gnätzig tun Hans Grimm der gang durch den sand (1916) 272; vielleicht hierhin auch: beth endlick de eine magd quam wedder hervör, se sach my glupisch an und sede, unse vaer de hefft nu nichts behoff van juwer waer Lauremberg scherzged. 55 ndr. 22) beträchtlich weiter greift die verwendung in den mundarten, s. vor allem Mensing schlesw.-holst. 2, 399; Frischbier preusz. 1, 239. der ursprünglichen bedeutung nahe stehen noch verwendungen im sinne von 'rücksichtslos' Mi mecklenb. 27; 'gewalttätig' Danneil altmärk. ma. 65; Doornkaat-Koolman ostfries. spr. 1, 644; 'grob, plump, derb' Mi a. a. o.; Flemes kalenb.-hannoversche ma. 337; Schambach Göttingen 65; daher auch eine glupsche hand, faust Danneil a. a. o. 65; brem.-niedersächs. wb. 2, 520; ein glupscher schlag Schütze holstein. id. 2, 520; auch die bedeutung 'unerwartet' steht dem ausgangspunkt noch nicht ganz fern; vgl. glupsch kommen Schiller-Lübben 2, 124 (aus Mecklenburg); Mensing a. a. o.; aus der bedeutung 'unerwartet, überraschend' mag sich die weitere 'ungewöhnlich grosz, viel', 'auszergewöhnlich in seiner art' entwickelt haben, vgl.: 'etwas ist glupsch ist ungewöhnlich grosz, viel', gern vom glücksfall (ein glupsches glück, ein glupscher zug) Danneil a. a. o.; Dähnert a. a. o.; brem.-niedersächs. wb. 2, 520; es ist glupsch kalt, eine glupsche kälte (sehr verbreitet), s. Schambach a. a. o.; Danneil altmärk.-plattdt. ma. 65; Frischbier a. a. o.; Mensing a. a. o. diese letzte verwendung im sinne einer reinen steigerung musz älter sein, da sie auch im niederländischen begegnet: een gloepsch kopje 'ungewöhnlich grosz' Verwijs-Verdam 2, 2004; vgl. auch die in der Groninger ma. allgemein übliche verwendung von glupend (gloepmd) 'zeer, bijzonder' ter Laan 263. die schriftsprache kennt diesen gebrauch noch nicht, doch vgl.: ich musz nur ganz glupschen viel arbeiten Fritz Reuter br. 507 Weltzien; hei fung glupschen an tau wirtschaften ders. w. 2, 417 Seelmann.
5073 Zeichen · 130 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glupisch

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Х Glupisch oder

  2. modern
    Dialekt
    glupisch

    Mecklenburgisches Wb.

    glupisch s. gluupsch .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glupisch

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Ableitung von glupisch

glupen + -isch

glupisch leitet sich vom Lemma glupen ab mit Suffix -isch, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von glupisch 2 Komponenten

glu+pisch

glupisch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — glupisch kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „glupisch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glupisch/dwb?formid=G21068
MLA
Cotta, Marcel. „glupisch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glupisch/dwb?formid=G21068. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „glupisch". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glupisch/dwb?formid=G21068.
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