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glühig

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

glühig

Bd. 2, Sp. 1287
glühig (s. die Vokalgestaltung bei glühen) Rhfrk in Kreuzn, Simm, Goar glīnĭχ; Zell, Koch, Kobl, Neuw (u. -E:-), Altk, Siegld (daneben glēnəndeχ) -ē:n-; Wend, Saar, Mos bis Bernk, WEif bis Prüm -īd-, –ī:-, –e i.-, –ē:-; [Saarbr-Püttl -id-; GrRosseln -ūd-; Saarbr (o. O.), O u. SO Saarl, Ottw, Wend-Remmesw, Birkf-Idar (-eĭr-) Herrst, Simm-Crastel Schlierschd, Bernk-Rhaunen, Zell-Raversbeuren -īr-]; Mayf, ODaun jəl:nəliχ; Rip jl:nĭχ; OBerg -ȳ(ə)-, –øy- [-:dĭχ Malm-Bütgenb Vith, Bergh-NEmbt, Dür, uWupp; -:ndiχ Eusk, Sieg-ODollend, Köln; jəjø·y. (-lø) u. jelø·y.nətəχ (-achtig) Aach]; Eup γlø·y. u. γlø·y.əx; NBerg jl:nəχ, –-, –ȳ·ə.- [Elbf -ntəχ (u. -həntəχ), Mettm, Ess; -ndəχ Sol; xlȳ:nəx MülhRuhr, Lennep; jl:d- Düss]; SNfrk in Grevbr, MGladb, Neuss jl:nəχ, sonst -ø·y.əndiχ, –·y.-; -ȳ·ə.-, –yj-, –:j-; Seltk auch jl:; Mörs -ø·y.nĭχ; Klevld γləndəx, –E- [u. l-; n. Ruhr auch -niχ, –E-] Adj.: 1. von in Glut, Hitze versetzten Gegenständen. a. glühend, rutgl. [glitzegl. Neuw-Isenbg]; gl. Iser, en gl.ə Bolzen Rip, Allg. RA.: Su gl. wie die Hell (Hölle) Altk; en de gl. H. kommen Allg., — en et gl.ə Für Rip, Allg. De es bang wie gl. Eise Neuw-Dattenbg. Do häste gl. Eise angepack dich in eine Sache gemischt, welche dich sehr gereuen wird Eif, Rees. De löt nüs lige wie gl. Ise on Müllesten der gewohnheitsmässige Dieb Rip, Allg. (s. Eisen). Hea greilt net, un wann der Deiwel mat der gl.ən Eisendir do stihn Bitb-Rittersd. De läscht sich e gl.ə Droht dorch de Arsch ziehe der Geizige Simm-Laub. Dat es met en gl.ə Nold genihnt schlecht genäht MGladb-Rheydt Giesenk, NBerg. De hot en gl. Platt em Leif der Trinker oder der grossen Durst hat Bernk. Ech mak der Schlössel gl. wenn man einen unerwünschten Besuch erwartet Düss. En de gl.ə Reng beisse misse so suchen die ältern Schüler die Neulinge zu ängstigen Wend-Remmesw. Se jöckten (liefen) doher, als hätten se en gl.ə Schwamm em Nacke Köln. Op gl.ə Kolle setze Rip, Allg. Augen wie gl.ə Kollen Sol. Dem wörd der Bockseboəm (Hosenboden) gl. der das lange Sitzen nicht gewohnt ist Kref. Mer mant (meint), den hätt e gl.ə Forz em Leif Trier. Der soll se allegoren gl. hollen! Verwünschung Trier; hättst et gl. im Leif! Bernk-Neumag; dat moss och nouch gl. dorch de Luət (Luft) flege! Bergh-Blatzh; gl.əs Donnerkeil noch emol! Fluch Altk-Horhsn, Wermelsk. — b. sehr heiss, bes. von Speisen Allg.; gl. on siedig (siedend) Trier; de Sopp es gl., mer soll sech dat Herz em Leif verbrennen Prüm, Allg.; et as su gl. (heiss), mer schwatzt (schwitzt) wie e Perd Bitb-Speicher; et as esu gl. wie an em Bachowen Wittl-Muhlb. De hät se gl. er ist sehr bezecht Jul-Stetternich. — 2. vom Menschen, seinen Augen, seinem Gesicht. a. glühend; gl. Vügelche Leuchtkäfer Dür-Stockh; gl. gohn nach dem Tode als leuchtendes Gespenst einhergehen Eusk, Rheinb; der Glihdig nächtlich umherwandelndes Gespenst Saarl-Hüttersd; en (der) gl.ə Mann (en gl ər Kerl) Irrlicht, umgehendes Gespenst (auch ausgehöhlte, mit eingekerbten Fratzen versehene Rübe oder Kürbis. mit einer Kerze drinnen erleuchtet); de hät Ogen wie en gl ə M. Rip; de rennt wie en gl.ə M. Kobl; der hat e Paar gl.ə Ogen bie der Deiwel en de Hell Neuw-Dierd, Rees. Dreckes, Dr., nemm dech en Aach, gangk net mih esu spät en de Nach! Gester Ovend os et gescheht, han ech en gl.ə Mann gesehn; bei dem Mann, de Strüh geschnedden, ös he ileg fortgeredden, hatt Ogen wie en zenne Teller, jo, fürwohr, se woren heller als et grütste Märtesfür; Männchen, höt dech derfür! Sieg-Scheiderhöhe; et gl.ə Rend rennt bei Nacht die Titzerstrasse auf u. ab u. erschreckt die Leute Jül-Opherten. — Der gl.ə Düvel der Teufel Rip, Allg. [der Glihdig Ottw-Uchtelfang; gl.ər Danz Neuw-Dierd]; su gl. wie der D. en der Hölle MGladb-Kleinenbr.; he hät Ogen wie de gl.ə D. NBerg. Verbr.; de Jung greilt (fürchtet) (frägt nom) de gl.ən D. net Bitb, Trier; dat (der Bursche) as der gl. D. (der Gl. selwer) wilder Bursche (doch halb anerkennend) ebd., Saar; der es e Steck vom gl.ən D. Merz; der gl. D. kaukt em aus den Auen Trier-Ehrang; hen es söu widig (wütend) wei en gl.ən D. Merz-Weisk. — Du bös en Gl.ən ein Schöner (spöttisch) Mettm-Cronenbg. — Den kick as ene löunige Kater Mörs-Neuk, — en gl.ə Katz Neuw-Rosb, — en gl. Hermelchen Wippf-Linde, — en Gl.ən Mettm-Langenbg. — Gl.ə Männder eine Pflanze Rheinb-GrBüllesh. — b. erhitzt; ech sen ganz gl.; en gl. Gesich han; gl. wie en Fürmann sen Rip, Allg.; en as gl.ərot ugelaf (angelaufen) Trier-Mehring. — c. von den Augen, feurig, flacker; der hat e Paar gl.ə Ogen em Kopp Rip, Allg.; de möt dene gl.ən Oge der Teufel Köln-Keldenich; wisse Kning (Kanin) met gl.ə Oge etwas bes. Seltenes u. Wunderbares im allg. Eusk; e guckt gl. drin wie e Katz, e Hinkelsweih Simm-Horn; gl. Kettweg Mensch mit durchdringendem Blick (K. der Ort Kettwig an der Ruhr) MülhRuhr. — d. von den Haaren, brandrot; de hät jo gl.ə Hor, ne gl.ə Kopp Saarbr, Bitb, Eusk, wohl mehr verbr.; dat ös ene gl.ə Fuss Eusk-Gymnich; der Gl. Spitzname eines Rothaarigen Saarbr. — Von der Nase, gerötet, en gl.ə Nas Rip. — e. vom Charakter des Pferdes, Menschen. α. feurig, wild, vom Pferde, en gl.ər Gaul Rhfrk. — β. aufbrausend, jähzornig, hitzköpfisch; su gl. wie Feier Saar, Westerw; hen as gl.ən des Deiwels we em Pergmats sein Hohn Trier-Thomm. — γ. zanksüchtig, von Weibern bes. Siegld, Barm, Früm; en gl. Hex Siegld; en gl. Micken Barm. — δ. leidenschaftlich, heiss begehrlich, hastig verlangend Saar, Trier, Bernk, Prüm-Mürlenb; en ös gl. drop wie den Deiwel op en arm Sil Trier; der es gl. un besessen drof Saarl-Dilling; den es gl. des Deiwels Bernk-Alf. RA.: En gl. Frau stöcht en Haus an alle Kanten on Prüm-Mürlenb. — ε. jugendfrisch Westerw; dat es ene Gl.ə drolliges Kind mit gelungenen Einfällen Düss-Volmerswerth. — ζ. in höchstem Masse; gl. herfort erschrocken Siegld-Marienborn. — 3.a. gl.ə Denger unglaubliche oder höchst auffallende Dinge MüEif; en gl. Schann ewige Schande Siegld. — b. Gl.ə unreife rote Trauben Ahr, Neuw-Unkel. — Zs.: gl.heiss, –rot, –warm.
6126 Zeichen · 198 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    glühigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    glühig , adj. , ableitung vom verbum glühen. mhd. glüejec, vgl. Lexer 1, 1039 ; zur verschiedenheit der form sieh das ve…

  2. modern
    Dialekt
    glühigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    glühnig , glühig Adj. : ' glühend ', vgl. glütig . Ich sitz wie uf glihniche Kohle [Pirmas]; glieiche (glīiχə) Kohle [ B…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gluehig

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Ableitung von gluehig

glueh + -ig

gluehig leitet sich vom Lemma glueh ab mit Suffix -ig.

Keine Komposita gefunden — gluehig kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gluehig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gluehig/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „gluehig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gluehig/rhwb. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gluehig". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gluehig/rhwb.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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