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gluckern

mhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gluckern vb.

Bd. 8, Sp. 296
gluckern, vb. , iterativ zu glucken, vgl. 2kluckern teil 5, 1260. wie glucken mit anlautendem k belegt vor allem im nd. gebiet, mit anlautendem g vornehmlich in md. und obd. mundarten, z. b. im saarbrück., oberhess., elsäss., schweiz. (glugeren), tirol. (glugkern). 11) von lauten des huhns. 1@aa) wie glucken 1 a für den laut der henne, doch nicht blosz für den der glucke, bruthenne, sondern auch für das stärkere geschrei oder das gackern vor dem eierlegen, vgl. glocidare gaxen oder gluggeren wie ein huon Frisius dict. (1556) 606b; gluggeren wie ein huon glocitare, glocire, cucurrire Maaler (1561) 186b: ein gluckern und pipen, bey nahe wie eine gluckhenne, wenn sie etwas zu fressen für die jungen küchlein findet J. G. Schmidt rockenphilosophia (1706) 1, 271; tirol. glugkern schreien, von der henne, bevor sie das ei legt, glucitare Schöpf 197. 1@bb) wie glucken 1 b β vom laut des hahns, der decken will: cucurire chuttere wie ain han oder güggel, so er ein huon decken wil, oder gluggeren Frisius dict. (1556) 349a; ähnlich lex. trilinque (1586) F f 6b. vgl.: he klukkert drum to, as de haan um de henn er thut mit dem frauenzimmer schön, liebäugelt mit ihm Berghaus Sassen 2, 163b. 22) wie glucken 3 b auf tremulierendes singen übertragen: dann muszt du hinunter zum Styx! kein solo, nicht gluckende töne nichts, nichts errettet dich davon J. Fr. Löwen schr. (1765) 2, 83. 33) im niederdeutschen auf den menschen und seine fürsorge, ferner (vgl. Berghaus oben 1 b) auch auf erotisches übertragen: kluckern sorgfältig aufziehen Stürenberg ost. fries. 113b; auch 'pflegen': sin frô ... de schal hum wol bold wer toregt klukkern (gesund pflegen) Doornkaat-Koolman ostfries. 2, 286a; liebkosen, bemuttern, hätscheln Mensing schlesw.-holst. 3, 182; schmeicheln, hätscheln, locken Mi mecklenburg.-vorpomm. 43; seht, wo se to hope kluckern sehet wie sie miteinander schmätzeln und sich caressiren Richey id. Hamborg. 125; um enen herum klukkern schmeichelnd um jemand herum schwenzeln, liebeln Berghaus Sassen 2, 163b; ähnlich brem. wb. 2, 812. 44) wie glucken 5 vom geräusch von flüssigkeit. 4@aa) besonders von solcher, die durch eine enge hindurchgeht oder in einem gefäsz oder hohlraum eingeschlossen ist: (man hört) bald stopselsprung, bald gluckernd schenken ein Fr. v. Sallet s. schr. (1845) 4, 259; mehr gesehen als gehört: wenn du den medoc trinkst, den du erst pflegst zu zuckern, so sieht man ihn den hals hinunter kluckern J. v. Voss travestien u. parodien (1811) 4. — das lauwarme, faulige getränk, das noch in unsern schläuchen gluckerte Sven Hedin, abenteuer in Tibet 16234; das bilgenwasser gluckert unterm boden der kajüte mit dem wiegen des schiffes ruhelos hin und her Luserke logbuch d. Krake (1937) 31. vielfach in mundarten: königsb. kluckern bezeichnet das geräusch, das beim leeren einer flasche oder schütteln eines nicht ganz geleerten fasses entsteht; es kluckert noch es ist noch etwas in der flasche Betcke 38; neumärk. klukern von dem geräusche, das beim ausflieszen einer flüssigkeit entsteht Teuchert 174; berlin. kluckern in der flasche rauschen Brendicke 137; saarbr. gluckere das geräusch beim ausgieszen einer flasche Schön 284; moselfränk. gluckern ton einer flüssigkeit beim durchgehen durch eine enge öffnung Kisch 130. 4@bb) seltener vom trinken: altmärk. kluckern in ganz kleinen absätzen, geradezu tropfenweise trinken, so dasz man die einzelnen theilchen durch die gurgel gehen hört Danneil 106; neumärk. klukern von dem geräusch beim anhaltenden trinken Teuchert 174; saarbr. gluckere das geräusch beim trinken Schön 284; elsäss. gluckere schlürfen, trinken Martin-Lienhart 1, 258. 4@cc) von frei flieszendem wasser, vgl. schlesw.-holst. kluckern 'plätschern' Mensing 3, 182: wozu gräben dienen, seit man gräben zieht: damit wasser darin gluckere E. Wittek bewährung d. herzen (1937) 43. 55) von dem 4 a entsprechenden geräusch im magen, kollern, besonders schweiz. (syn. guderen) Staub-Tobler 2, 620.
4014 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gluckern

    Nachträge (Lexer)

    gluckern s. kluckern 1,1635.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gluckernvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    gluckern , vb. , ' mit schnellkugeln, murmeln spielen ', s. 1 kluckern teil 5, 1260; schweiz. gluggeren Staub-Tobler 3, …

  3. modern
    Dialekt
    gluckernschw.

    Pfälzisches Wb.

    gluckern schw. : 1. 'hastig trinken', gluckere (glugərə, glugrə) [verbr. bes. VPf]; vgl. glukkeln . Syn. s. trinken 1 a.…

  4. Spezial
    gluckern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    glu|ckern vb.intr. 1 (mit Geräusch fließen) gorghelné (-nëia) 2 (Geräusch von sich geben) gorghelné (-nëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gluckern

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Zerlegung von gluckern 2 Komponenten

gluck+ern

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