gluckern,
vb. ,
iterativ zu glucken,
vgl. 2kluckern
teil 5, 1260.
wie glucken
mit anlautendem k
belegt vor allem im nd. gebiet, mit anlautendem g
vornehmlich in md. und obd. mundarten, z. b. im saarbrück., oberhess., elsäss., schweiz. (glugere
n),
tirol. (glugkern). 11)
von lauten des huhns. 1@aa)
wie glucken 1 a
für den laut der henne, doch nicht blosz für den der glucke, bruthenne, sondern auch für das stärkere geschrei oder das gackern vor dem eierlegen, vgl. glocidare gaxen oder gluggeren wie ein huon Frisius
dict. (1556) 606
b; gluggeren wie ein huon
glocitare, glocire, cucurrire Maaler (1561) 186
b: ein gluckern und pipen, bey nahe wie eine gluckhenne, wenn sie etwas zu fressen für die jungen küchlein findet J. G. Schmidt
rockenphilosophia (1706) 1, 271;
tirol. glugkern
schreien, von der henne, bevor sie das ei legt, glucitare Schöpf 197. 1@bb)
wie glucken 1 b
β vom laut des hahns, der decken will: cucurire chuttere wie ain han oder güggel, so er ein huon decken wil, oder gluggeren Frisius
dict. (1556) 349
a;
ähnlich lex. trilinque (1586) F f 6
b.
vgl.: he klukkert drum to, as de haan um de henn
er thut mit dem frauenzimmer schön, liebäugelt mit ihm Berghaus Sassen 2, 163
b. 22)
wie glucken 3 b
auf tremulierendes singen übertragen: dann muszt du hinunter zum Styx! kein solo, nicht gluckende töne nichts, nichts errettet dich davon J. Fr. Löwen
schr. (1765) 2, 83. 33)
im niederdeutschen auf den menschen und seine fürsorge, ferner (
vgl. Berghaus
oben 1 b)
auch auf erotisches übertragen: kluckern
sorgfältig aufziehen Stürenberg
ost. fries. 113
b;
auch '
pflegen': sin frô ... de schal hum wol bold wer toregt klukkern (
gesund pflegen) Doornkaat-Koolman
ostfries. 2, 286
a;
liebkosen, bemuttern, hätscheln Mensing
schlesw.-holst. 3, 182;
schmeicheln, hätscheln, locken Mi
mecklenburg.-vorpomm. 43; seht, wo se to hope kluckern
sehet wie sie miteinander schmätzeln und sich caressiren Richey
id. Hamborg. 125; um enen herum klukkern
schmeichelnd um jemand herum schwenzeln, liebeln Berghaus
Sassen 2, 163
b;
ähnlich brem. wb. 2, 812. 44)
wie glucken 5
vom geräusch von flüssigkeit. 4@aa)
besonders von solcher, die durch eine enge hindurchgeht oder in einem gefäsz oder hohlraum eingeschlossen ist: (
man hört) bald stopselsprung, bald gluckernd schenken ein Fr. v. Sallet
s. schr. (1845) 4, 259;
mehr gesehen als gehört: wenn du den medoc trinkst, den du erst pflegst zu zuckern, so sieht man ihn den hals hinunter kluckern J. v. Voss
travestien u. parodien (1811) 4. — das lauwarme, faulige getränk, das noch in unsern schläuchen gluckerte
Sven Hedin, abenteuer in Tibet 16234; das bilgenwasser gluckert unterm boden der kajüte mit dem wiegen des schiffes ruhelos hin und her Luserke
logbuch d. Krake (1937) 31.
vielfach in mundarten: königsb. kluckern
bezeichnet das geräusch, das beim leeren einer flasche oder schütteln eines nicht ganz geleerten fasses entsteht; es kluckert noch
es ist noch etwas in der flasche Betcke 38;
neumärk. klukern
von dem geräusche, das beim ausflieszen einer flüssigkeit entsteht Teuchert 174;
berlin. kluckern
in der flasche rauschen Brendicke 137;
saarbr. gluckere
das geräusch beim ausgieszen einer flasche Schön
284;
moselfränk. gluckern
ton einer flüssigkeit beim durchgehen durch eine enge öffnung Kisch 130. 4@bb)
seltener vom trinken: altmärk. kluckern
in ganz kleinen absätzen, geradezu tropfenweise trinken, so dasz man die einzelnen theilchen durch die gurgel gehen hört Danneil 106;
neumärk. klukern
von dem geräusch beim anhaltenden trinken Teuchert 174;
saarbr. gluckere
das geräusch beim trinken Schön
284;
elsäss. gluckere
schlürfen, trinken Martin-Lienhart 1, 258. 4@cc)
von frei flieszendem wasser, vgl. schlesw.-holst. kluckern '
plätschern' Mensing 3, 182: wozu gräben dienen, seit man gräben zieht: damit wasser darin gluckere E. Wittek
bewährung d. herzen (1937) 43. 55)
von dem 4 a
entsprechenden geräusch im magen, kollern, besonders schweiz. (
syn. guderen) Staub-Tobler 2, 620.