glinzern,
vb. ,
glänzen, flimmern. iterativbildung zu glinzen.
mundartlich über das ganze hd. sprachgebiet verbreitet: Unger-Khull
steir. 295
b; Staub-Tobler
schweiz. 2, 639;
rhein. wb. 2, 1275; Reinwald
henneberg. 1, 50; 2, 53; Hertel
thür. 107; Kleemann
nordthür. 7
c; Wenisch
nordwestböhm. 43
a; Müller-Fraureuth
obersächs. erzgeb. 1, 425
b;
seit dem 15.
jahrh. bezeugt: glincern (
md. voc. 15.
jahrh.)
bei Diefenbach
gl. 134
b s. v. comare. fürs nd. vgl. glincern
in einem nd. voc. 15.
jahrh. bei Diefenbach
gl. 94
c s. v. candere; glintzeren, blencken
rutilare v.
d. Schueren
Teuthonista 129
a Verdam; über aus dem hd. entlehntes ndl. glintzeren
s. wb. d. ndl. taal 5, 107. 11)
glänzen. 1@aa)
von lichtquellen: woher kompt das glintzern oder unstätige schimmern der fixsterne? Linemann
bei Frischbier
preusz. 237
b. 1@bb)
von glänzenden gegenständen wie metallen: der büttel (
zog) das glinzernde schwerd aus der scheide Olearius
pers. baumgarten (1696) 58; wie glintzern oder schimmern die harnisch (
aera micantia cerno) A. Corvinus
fons lat. (1646) 19; wann nun das glintzern des schmucks alzu gros ist, so mus die ehrliche und schöne gestalt nimmer scheinen Barth
weiberspiegel (1565) X 6
a;
von edelsteinen, gesteinsarten, mineralien: das (
bild) von edelgesteinen dergestalt glintzerte
F. M. Pinto
wunderl. reisen (1671) 271; (
die blende) ist eine glintzernde bergart, schwartz und auch gelb, so kein metall führet Chr. Herttwig
bergbuch (1734) 87
a; der unzählbare glintzrende, ... glässerne, beschaumte sand (
am meere) Harsdörffer
poet. trichter 3 (1653) 400; as wir dat (
salz) des naichtz ... in deme sande saegen wie golt gelyntzeren A. v. Harff
pilgerfahrt 158
v. Groote. von sonstigen glänzenden dingen: noch bemerke ich, dasz mir wenigstens der musikalische theil solche ansicht gewähret, als wenn ich viele kleine glinzernde fischchen in einem sehr trüben wasser spielen sähe E. Th. A. Hoffmann
briefwechsel 2, 277
H. v. Müller; das glintzern des schnees Linemann
bei Frischbier
preusz. 237
b.
von den augen: hatte kleine glintzernde augen, eine krumme nasen wie ein habich P. Petreius
historien (1620) 246; er (
der tiger) hat glinzrende augen, viel scharffe zähne J. Ch. Beer
Asia (1681) 1, 5
a; sein groszes maul, seine kleine, gelbe, glinzernde augen ... berechtigt ihn zu dieser charge J. A. Premer
Wielands kl. chron. (1777) 95. 1@cc)
von der farbe: color coracinus, pro nigro schwartze glintzernde farbe Bas. Faber
thes. (1587) 206
b; die einzelne farbe hat als solche nicht diesen glanz, den sie hervorbringt, die zusammenstellung erst macht diesz blinkern und glinzern Hegel
werke (1832) 10, 2, 225. 22)
mit persönlichem subject glinzern mit: so zeucht ein jeder seinen sebel, helt sie (
sc. die säbel) empor ... glintzern mit den klingen
theatrum diabol. (1569) 260
b;
mit dem übergang zu '
blinzeln': unterhalb ... flatterte die ... nachteule, die mit ihren graublauen augen glintzerte und blintzerte Harsdörffer
gesprechspiele (1641) 5 )( )( )( )( )( 5
b. 33)
wie bei flimmern
von dem nervösen augeneindruck: (
bier) vertreibet das glintzern und blintzern vor den augen Kellner
bierbraukunst (1690) 99.
eine ableitung zu glinzern
in der bedeutung 1
ist glinzerung, f., idem quod glanz Stieler
stammbaum (1691) 661; und dasz auch, aus glintzerung und widerscheinung der harnischen, die augen der feinde geblendet wurden H. Megiser
annales Carinthiae (1612) 948.