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gliederweise

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gliederweise adv.

Bd. 8, Sp. 64
-weise, -weis, adv. (auch adj.), nach der art von gliedern, in gliedern, nach gliedern, glied für glied. seit mitte des 16. jahrh. tritt gl. neben das ältere glidweis(e); im gegensatz zu diesem erscheint es zuerst in militärischer sphäre und ist in dieser am gebräuchlichsten; hier hat es gliedweise fast ganz verdrängt, während auf andern gebieten gliedweise bevorzugt bleibt. 11) militärisch, vgl. glied IV: in gliedern, nach gliedern geordnet: den feind wider zurcktreiben, dieweil er nicht gliderweisz oder in der ordnung kan anlauffen L. Fronsperger kriegsordn. 98a; alsdenn so wirt ... ein hauffen oder regiment fuszknecht, doch gliederweisz, umb das ander eingefhrt (in furten, engpässe) ders., kriegsbuch 1 (1578), 39a; am allerersten und zu vorderst reyten gliederweisz die vom adel Kirchhoff milit. disciplina (1602) 110; gliederweis marschieren Kramer 1, 537c; die soldaten gliederweis stellen 2 (1702) 953b; soll das bataillon mit der gantzen fronte gliederweise avancieren oder retirirend feuren v. Fleming d. vollk. teutsche sold. (1726) 226; es ist die frage, ob nicht die salven, gliederweise abgegeben, noch wirksamer wären Wilhelm I. militär. schr. 1, 307; im sinne der wendung in ganzen gliedern zur kennzeichnung schwerer verluste: sie fielen von der menge ihrer feinde gliederweise Lohenstein Armin. 1, 41a; der feind schien sich alles so eingerichtet zu haben, um gliederweise niedergemäht zu werden Laube ges. schr. (1875 ff.) 3, 55; Hebbel 9, 142 W.; gelegentlich auch von schiffsformationen: auch werden solche grosze schiffe gliederweisz mitten ein in taxi gefhret W. Dilich kriegsbuch (1607) 257. 22) auf die glieder bzw. gliedabschnitte des menschlichen bzw. thierischen körpers erst seit dem 17. jahrh. bezogen und stets selten, da hierfür gliedweise sich durchaus behauptet; glied für glied, jedes glied einzeln: solt auch ein henckersknecht mich gliederweis zerfleischen A. Gryphius gedichte 573 P.; als er in die worte ausbrach, dasz er sich lieber stck- und gliederweise zerreiszen lassen wolle, als das pabstthum niederlegen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 4, 64; eher hier am platz lasz ich mein leben, gliederweis zerstückt Grillparzer s. w. 8, 48 S. 33) auf die übrigen bedeutungen von glied nur gelegentlich bezogen: glied einer kette (bildlich): man siehts, dasz dinge, die geschehn, wodurch sie immermehr entstehn, und wie verwirrt sie sich vermengen, je dennoch gliederweis an einer kette hängen Brandenburg bei Weichmann poesie d. Niedersachsen 6, 70; von der pflanze (vgl. glied VI): im herbst kann man die wurtzen (der rabellen) ... an ein temperirtes ort bringen, bisz das stengelwerck, die wie eine mistel gliederweise zusammengesetzt sind, nach und nach abfAellet W. H. v. Hohberg georg. curiosa 1, 648; wenn wir an einem ... buchenstamme stehen, so können wir nicht mehr sehen, dasz ... er ... gliederweise erwachsen ist E. A. Rossmässler d. wald 82; in baukunst und technik: das abbrechen einer kriegsbrücke ... kann ... gliederweise stattfinden v. Alten 1, 7 (vgl. glied VIII B 1 b); allgemein von theilen gegenüber dem ganzen: gliederweise 'nach und nach' Reichel kl. Gottsched-wb. 26; die kunst, etwas gliederweis nach seinen arten wieder aufzulösen grafen Stolberg w. 17, 94; der (Lohenstein), was in andern man nur gliederweise preiszt, hier voller wunder läszt aus einem buche blicken bei Lohenstein Armin. 2, a 3b; besonders wenn das organische hervorgehoben werden soll: das grosze gesetz ..., dasz alles gliederweise wächst Herder 31, 545 S. 44) der adjectivische gebrauch, der sich heute bei den bildungen mit -weise immer mehr durchsetzt, begegnet schon zu beginn des 19. jahrh.: dem gliederweisen lauffeuer E. T. A. Hoffmann ausgew. schr. (1827) 7, 427. —
3776 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gliederweise

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Gliederweise , adv. in Gliedern, nach Art der Glieder. Gliederweise marschiren, bey den Soldaten.

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Zerlegung von gliederweise 2 Komponenten

glied+er+weise

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Cotta, M. (2026). „gliederweise". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gliederweise/dwb?formid=G19457
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Cotta, Marcel. „gliederweise". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gliederweise/dwb?formid=G19457. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gliederweise". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gliederweise/dwb?formid=G19457.
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