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ginâdîglîcho

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

ginâdîglîcho

ginâdhaftAWB adj., nur im Abr (1,66,40 [Pa,
Kb, Ra]. 138,13 [Pa]): ‚mild, barmherzig;
clemens
(vgl. nhd. gnadenhaft [Dt. Wb. 8,
575]; mndd. genādhaftigen adv. ‚gnädig‘). S.
ginâda, -haft. – ginâdhûsAWB n. a-St., Gl. 1,337,6
(1. Hälfte des 9. Jh.s); 2,712,34 (um 1000):
‚Sühnestätte, Zufluchtsort, Asyl; asylum,
propitiatorium
. Determinativkomp. mit subst.
VG und HG. S. ginâda, hûs. – ginâdîAWB f. īn-St.,
Gl. 1,700,17. 18 (2 Hss., 2. Hälfte des 12. und
1. Hälfte des 13. Jh.s). 753,56 (3 Hss., 12. und
1. Hälfte des 13. Jh.s): ‚Freundschaft, Güte,
Freundlichkeit; humanitas
(andfrk. gināthi).
Denominales Eigenschaftsabstraktum (vgl.
Krahe-Meid 1969: 3, § 93). S. ginâda. –
ginâdîgAWB adj., im Abr und weiteren Gl., MH, T,
OT, MF, O, APs, BG, AG, Ps 138, N, Npg:
‚gnädig, barmherzig, mild, freundlich, fromm;
benignus, clemens, faustus, felix, graciosus,
humanus, inclinatus, iustus, misericors, pius,
propitius
, ginâdîg werdan ‚Mitleid haben,
sich erbarmen; miserēri
(mhd. genædec, nhd.
gnädig; mndd. genēdich; as. gināđig; mndl.
genadich, genedich). S. ginâda, -îg. – *ginâdîgheit*gi
nâdîgheitAWB
f. i-St., nur Gl. in Hs. Engelberg,
StiftsB, Cod. 122 (14. Jh., alem.): ‚Gnädig-
keit; propitiatio
(mhd. genædecheit, nhd.
Gnädigkeit; mndd. genēdichēit; mndl. ge-
nadicheit). S. ginâdîg, -heit. – ginâdîgîAWB f. īn-
St., Gl. 1,753,54 (3 Hss., 10. und 11. Jh.). 55
(2. Hälfte des 10. Jh.s); 2,184,18 (Anfang des
9. Jh.s): ‚Freundlichkeit, Güte, Tugend;
S335ginâdîgôn – gineigîg 336
humanitas, virtus
. S. ginâdîg. – ginâdîglîchoAWB
adv., bei N und in Gl. 2,139,46 (1. Viertel des
12. Jh.s): ‚mild, gnädig, barmherzig; hu-
maniter, in misericordia
(mhd. genædeclî-
che, nhd. gnädiglich adv., adj.; mndd.
genēdichlīke[n]; mndl. genadichlike; vgl.
mhd. genædeclich adj.; mndd. genēdelīk;
andfrk. ungenāthelīk, mndl. genadichlijc;
afries. nethelik). Mit Suffix -îg- erweiterte
desubst. Bildung (s. Schmid 1998: 228 f.). S.
ginâda, -lîh. – ginâdîgoAWB adv., in Gl. seit der 2.
Hälfte des 9. Jh.s: ‚mild, barmherzig, gnädig;
gratiose, humane, humaniter
. S. ginâdîg. –
Splett, Ahd. Wb. 1, 416. 651; Köbler, Wb. d.
ahd. Spr. 422 f.; Schützeichel6 247; Starck-
Wells 214. 817; Schützeichel, Glossen-
wortschatz 7, 7 f.
2308 Zeichen · 129 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ginâdîglîcho

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    ginâdhaftAWB adj., nur im Abr (1,66,40 [Pa, Kb, Ra]. 138,13 [Pa]): ‚mild, barmherzig; clemens‘ (vgl. nhd. gnadenhaft [Dt…

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Cotta, M. (2026). „ginadiglicho". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ginadiglicho/ewa
MLA
Cotta, Marcel. „ginadiglicho". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ginadiglicho/ewa. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ginadiglicho". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ginadiglicho/ewa.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„ginadiglicho"},
  year         = {2026},
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