Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
giessen
giessen
- ›unkontrolliert, überreichlich, wellenartig nach unten oder (gedachter Weise) nach oben strömen‹; im einzelnen: ›aufschießen, sich aufwerfen, aufwallen (von wellen)‹; ›sich ergießen‹; dazu ütr.: ›(die
- ›etw. ausgießen, ausschütten (in sehr allgemeinem Sinne)‹; im einzelnen z. B. ›etw. verspritzen (z. B. Gift)‹; ›etw. lagern (z. B. Reis)‹; ›etw. austeilen (z. B. Speise)‹; ›es regnen lassen‹; ›(einen
- ›etw. (eine Flüssigkeit, eine Masse, ütr.: etw. damit Vergleichbares) auf / über etw. / (vereinzelt:) auf / über jn. schütten, gießen, werfen, den Gegenstand, die Person dadurch positiv oder negativ a
- ›(Nachwuchs, Junge) gebären, werfen (von Tieren gesagt)‹; als Ütr. anschließbar an 2; 3.
- ›etw. (meist: eine Flüssigkeit, auch: eine schüttbare Masse) in etw. (prototypisch: ein Gefäß, auch: in eine Körperöffnung, in etwas einem Gefäß Vergleichbares) gießen, schütten‹.
- ›(einer Flüssigkeit) eine andere zugießen, zusetzen‹; mit Tendenz zu: ›(eine Flüssigkeit) mit einer anderen mischen‹.
- ›js. Blut (etwa im Kampf) vergießen‹; speziell: ›sein Blut vergießen, sich opfern (von der Erlösungstat Christi)‹.
- ›weinen, (Tränen) regnen (lassen), vergießen‹; von Personen, tropisch auch von den Augen gesagt.
- ›(eine flüssige Masse, meist Metall, auch Salz o. ä.) zum Zwecke der Herstellung von Gegenständen (unterschiedlichster Art) oder der Produktion handelsüblicher, zur Weiterverarbeitung benötigter Mater
- ›etw. (eine Kraft, innertrinitarisch auch eine Person) von einem erhöht gedachten Standpunkt in etw. (eine natürliche Gegebenheit) / eine Person gießen, einströmen lassen‹; vereinzelt mit Umkehr der B
- ›wohin strömen, einfließen (eigentlich von einem Strom gesagt)‹; meist ütr., dann: ›in etw. / jn. einströmen, einfließen, eingehen, sich – dem Einströmen einer Flüssigkeit verglichen – mit etw. / jm.