Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gewahsede, gewehsede
2 als Ergebnis des Wachstumsprozesses ‘Frucht, Ertrag’
1 ‘Wachstum, Wuchs, Gestalt’ (vgl. DWB 4,1,3,4709ff.): der ie ane zit was, / unter tagen gemert er sin gewahst VEzzo 196; si begunden chosten ange / sein gewæhste unde wie er wære gevar. / sein vlæisch was verswunden gar / von vasten unde von wahte Serv 1099; fon jare ze jare begunde iz [das Kind] sich meren / an der gewahste unde an der guote Adelbr 146; uon der gewæshde des chindes PrWack 26,15; do sprach der meister: die da lebendic werdint, die erstant. der iunger sprach: jn welheme altere oder in welheme gewessede? Lucid 136,19. 144,13. – bezogen auf ubera tua (Ct 7,7) ‘deine Brüste’ (vgl. gewahstuom ): dîn geuuást [Gestalt] íst glîch déro pálmon: únte dîne spúnne [La. geuuáchsede ] sínt glîch dén uuîntrûbon Will 121,1. – ‘Größe, Umfang’ ‘ir sült uns einen mermelstein [Marmorbecken] / gewinnen,’ sprach der meister dô. / des was der künic alsô frô, / er sprach: ‘daz tuon ich, meister mîn. / in welher gewehst sol er sîn?’ / der meister sprach: ich sag iu wâr, / er muoz sîn sô grôz zwâr, / daz ein halbez fuoder wîn / völliclîch möht dar in sîn EnikWchr 25294 2 als Ergebnis des Wachstumsprozesses ‘Frucht, Ertrag’ zwene sovme wizes wines dez gewehsdes von Kenzingen UrkCorp (WMU) 2482,10; zu deme meierthume hœrent sehs omen [Flüssigkeitsmaß, vgl. âme swM.] wines, die der meier mag nemen an gewehsede oder an cinsen WeistGr 5,430 (um 1300); UrkStraßb 2:263,3 (a. 1314)
MWB 2 684,45; Bearbeiter: Diehl