Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
geselle
geselle
- ›junger, unverheirateter Mann, Bursche, Kerl‹, gehäuft in Verbindung mit jungfraue genannt und dann unter erotischem Aspekt charakterisiert mit Tendenz zu 5; vereinzelt Öffnung zu ›Mann generell‹ sowi
- ›lustiger Geselle, flotter Bursche, liederlicher Genosse, Person männlichen Geschlechtes, die gut essend, viel trinkend, Liebe suchend, betrügend, stehlend durch die Lande zieht und es sich dabei gut
- ›Freund, Vertrauter; Gleichgesinnter; Verbündeter‹; generell: ›Person, mit der man in einem durch den sozialen Umgang bedingten oder auch religiös begründeten Vertrauensverhältnis steht‹ bzw. ›Person,
- ›Gefährte, Begleiter, j., der mit jm. gemeinsam auf dem Wege ist, ihn begleitend beschützt, ihm beisteht, hilft, alles Notwendige mit ihm vollzieht‹; im Mittelpunkt des Bedeutungsansatzes stehen der W
- ›Geliebter‹; im Syntagma der junge geselle in semantischer Nähe zu 1; tropisch (assoziativ am ehesten hier anschließbar): ›Penis‹ (s. u. Barack).
- ›Kriegsknecht, Söldner; Kampfgefährte, Kriegskamerad; Kreuzritter, -fahrer‹.
- ›Gesellschafter, Teilhaber, Genosse, Mitglied einer Zunft, einer Rechtsgemeinschaft, einer wirtschaftlichen Einrichtung, einer Vereinigung von Bürgern; Kollege in einem Amt‹.
- ›Person, die einem in der sozialen Hierarchie, speziell im Arbeitsleben Höherstehenden zugeordnet ist und Hilfsdienste jeweils sozialbereichsspezifischer Art leistet, Bediensteter, Helfer, Arbeiter‹;
- ›Handwerksgeselle, einem meister zugeordneter, mindestens 15jähriger, geprüfter junger Facharbeiter‹; er hat seine handwerkliche Ausbildung durch Wanderschaft erweitert, ist mit anderen gesellen organ
- ›Vertreter, Helfer des Pfarrers oder eines anderen kirchlichen Amtsträgers, Person in untergeordnetem kirchlichem Dienst, Hilfspriester, Kaplan‹; im einzelnen mit unklaren Funktionsabgrenzungen; auch