Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
gesæʒe stn.
1. sitz. ahd. gasâʒi Graff 6,314.
a. platz oder vorrichtung zum sitzen. daʒ volc im dô machen lieʒ ein gesêʒe kathedram Pass. K. 657,91. Suchenw. 41,1505. mit tiurem pfelle vollen breit daʒ gesæʒe was bereit Ernst 2410. daʒ der mensch besæʒe daʒ himelische gesæʒe H. zeitschr. 5,19.
b. wohnsitz, niederlassung. var in dîn gesæʒe Mar. 37. frouwe Armuot von ir hûse flôch, Rîcheit sich zir gesæʒe zôch Er. 1584. zwîvel bûwet selten guot gesæʒe, zwîvel riet mir daʒ ich niht enmæʒe weder hofstat noch gezimber MS. 2,134. a. man sach sich di Tartren gar mit irre meinge vil rêʒe irhebin ûʒ irme gesêʒe Jerosch. 151. a.
2. gesäss. Schmeller 3,285.
3. lagerung. lager. diu gezelt und ouch die hütten spien man an daʒ gras anderthalp des Rînes, dâ daʒ gesæʒe was Nib. 1455. 2. ir gesêʒe heten si besatzt Ludw. kreuzf. 6592. die Cristen leiten sich zu velde ûʒ irn gesêʒen wol hin dan das. 6588. an zwei andern stellen ist in diesem gedichte geseʒʒe geschrieben; s. geseʒ.
4. belagerung. nu hœret wie geordent sî daʒ gesæʒe Wigal. 10772. al des werkes des ie man ze gesæʒe erdenken kunde Lanz. 6791. vgl. 6816. 6875. daʒ er in gesæʒe lac in einer belagerung begriffen war Gudr. 726,1.
5. die art, wie etwas sitzt oder liegt; lage der dinge. dô marcte daʒ gesêʒe der junge ritter Pass. K. 489,68.